Obermeister Heinz Kugel kritisiert die staatliche Subvention der Dorfläden -

Zahlreiche Zukunftsfragen des Bäckerhandwerks kamen zur Sprache auf der Versammlung der Bäcker-Innung Rhein-Lahn im Retterter Landgasthof Gemmer. Im Mittelpunkt aber standen Empfehlungen, wie sich Innungsbetriebe gegen die großen Ketten behaupten können.

Obermeister Heinz Kugel bezeichnete das Jahr 2009 bei der Versammlung der B√§cker-Innung Rhein-Lahn als "insgesamt befriedigend", obwohl die Energiepreise stiegen und einige Rohstoffe extrem teuer wurden. Kugel erinnerte auch unter anderem an die erfolgreiche Qualit√§tspr√ľfung f√ľr Brot und Br√∂tchen im Januar.

Der Obermeister aber kritisierte, dass Dorfl√§den staatliche Unterst√ľtzungsmittel erhielten, von denen Privatunternehmen nur tr√§umen k√∂nnen. So sei eine faire Konkurrenz nicht m√∂glich. Der R√ľckgang der Zahl der Handwerksb√§ckereien setzte sich 2009 fort. Zurzeit z√§hlt der Rhein-Lahn-Kreis nur noch 25 Innungsbetriebe. Kugel appellierte an alle Meister, das Handwerk mit attraktiven Produkten zu pr√§sentieren, um so dem Druck der Gro√übetriebe und Handelsketten wirksam Paroli zu bieten. Dazu geh√∂re ein qualifizierter Nachwuchs. Der Obermeister bat alle Mitglieder um Unterst√ľtzung der gemeinn√ľtzigen Aktion "Jede Runde z√§hlt", die gemeinsam mit der Fleischer-Innung im Rhein-Lahn-Kreis durchgef√ľhrt wird.

In seinem Gru√üwort begr√ľndete Kreishandwerksmeister Gunter Wick die mit gro√üer Mehrheit beschlossene Verlegung der Kreisgesch√§ftsstelle nach Koblenz, die dem Handwerk ohne Einbu√üe an Service eine betr√§chtliche Kostenersparnis bringe. Andrea Stanzel referierte in einer √ľbersichtlichen Powerpoint-Pr√§sentation √ľber Wechselm√∂glichkeiten bei Strom und Gas mit einem betr√§chtlichen Einsparungspotenzial. Allerdings gebe es teils verwirrende Angebote und gef√§hrliche Fallstricke. Mehrere Innungsmitglieder empfahlen die selbst aus dem B√§ckerhandwerk kommende Stanzel als zuverl√§ssige Unternehmensberaterin.

Gesch√§ftsf√ľhrer Alexander Zeitler stellte die "Innungskampagne Handwerk" vor, eine bundesweite Imagewerbung f√ľr rund 50 Millionen Euro. Es gelte, die 140 Berufsbilder im Handwerk dem Menschen n√§herzubringen - in einer Zeit, in der immer weniger junge Menschen den B√§cker √ľberhaupt noch als Handwerker wahrnehmen. Zeitler zeigte den spritzig und humorvoll gemachten Werbespot "Back dir deine Zukunft" und appellierte an alle, die Image- und Nachwuchskampagne nach Kr√§ften zu unterst√ľtzen.