Mit Wissen um Betriebsnachfolge auf der ├ťberholspur

Mit Wissen um Betriebsnachfolge auf die Überholspur

Wandel des Berufsbildes: Jahreshauptversammlung der Kfz-Innung Mittelrhein

 

Hochvolttechnik neben Öllappen und Schraubstock: Die Elektromobilität ist im Kommen und sorgt für mehr und mehr „Spannung“ in der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Wie das konkret aussieht, davon konnten sich die Mitglieder der Kraftfahrzeughandwerker-Innung Mittelrhein ein Bild machen – im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung besichtigten sie den entsprechenden Fachbereich des Ausbildungszentrums der Handwerkskammer Koblenz. Aber nicht nur junge Leute betrifft der Wandel. Damit auch gestandene Kfz-Experten auf dem neuesten Stand der Technik bleiben, boten Innung und Hwk für die Mitglieder des Gesellenprüfungsausschusses eine kostenlose Hochvoltschulung an.  

 Neben der Besichtigung standen noch viele Programmpunkte mehr auf der Tagesordnung. Deutlich zeigt sich etwa die Ratlosigkeit vieler Innungsmitglieder angesichts der neuen Datenschutzgrundverordnung. Hier sahen sich Kreishandwerkerschaft (KHS) Mittelrhein und Kfz-Landesverband in der Pflicht, einen Weg durch das Dickicht neuester Vorschriften zu weisen. Ob Website, Rechnung oder Videoüberwachung: Wie der Kunde angemessen geschützt werden kann, ohne dass der Betriebsinhaber vor dem verwirrenden Verwaltungsaufwand kapituliert, zeigte Susanne Dillinger in ihrem informativen Servicevortrag. Sie ist Rechtsanwältin des Kfz-Landesverbandes. Wer ihre konkreten Handlungsanweisungen übernimmt, hat nun schon einmal eine solide Grundlage in puncto Rechtssicherheit.

 Unter Strom setzt viele Handwerksunternehmer auch die drängende Frage nach der Betriebsnachfolge. Um hier nicht ausgebremst zu werden, sorgte Ulf Hoffmann, künftiger Geschäftsführer der KHS Mittelrhein, für Durchblick. Im Jahre 2013 waren bereits über 36 Prozent aller Inhaber über 55 Jahre alt. Tendenz steigend. Doch wer könnte angesichts des Fachkräftemangels als Nachfolger infrage kommen? Hier riet der Diplom-Betriebswirt dringend, zeitig - das bedeutet mit spätestens 55 Jahren - mit der Nachfolgeregelung zu beginnen. Als ehemaliger Betriebsberater der Hwk Koblenz skizzierte Hoffmann einen konkreten Leitfaden mit vielen Infos inklusive Tipps, wo kostenlose Beratung einzuholen ist. Für weitere Fragen stehen die Experten der KHS gern zur Verfügung.

 Damit Innungsveranstaltungen wie diese gelingen, ist viel Arbeit hinter den Kulissen vonnöten. Besonders Marita Schäfer und Matthias Dahmen von der KHS leisten hier u.a. als Innungsbetreuer Außerordentliches und wurden nun auf besondere Weise geehrt. Obermeister Hans-Werner Norren bedankte sich im Namen des gesamten Kfz-Teams für das vorbildliche Engagement.

 Ob Fachkräftemangel, autonomes Fahren, Dieselproblem oder Elektromobilität: In ihren anschließenden Berichten gingen Jens Bleutge, Geschäftsführer des Kfz-Landesverbandes, und Hans-Werner Norren auf die besonderen Herausforderungen der Zeit ein.  

 „Wir müssen die Digitalisierung als Naturgesetz betrachten“, so der Obermeister. Den Wandel des Berufsbildes hautnah erleben konnte jeder, der an der Führung durch das Hwk-Ausbildungszentrum teilnahm. Azubis und Meisterschüler werden hier an Hybridfahrzeugen, Elektro-Smart, E-Motorrad und Co. geschult – und auf diese Weise fit gemacht für die Zukunft.