Mit Flurschr├Ąnkchen aus Nussbaum ├╝berzeugt

Mit Flurschränkchen aus Nussbaum überzeugt

Schöne Gesellenstücke: Schreiner-Innung Koblenz Rhein-Mosel heißt 34 Neue im Berufsleben willkommen

  Mit seinem außergewöhnlichen Gesellenstück, einem Flurschränkchen aus amerikanischem Nussbaum, hat es Jan Lönartz ganz nach oben aufs Siegertreppchen geschafft. Er konnte als Bester aus der jüngsten Gesellenprüfung hervorgehen. Insgesamt acht „Neue“ hat die Schreiner-Innung Koblenz Rhein-Mosel dieser Tage feierlich freigesprochen, das heißt, nach alter Väter Sitte aus der Ausbildungszeit ins Berufsleben entlassen. Im Koblenzer Rhein-Museum fand das Fest statt. Ein passender Ort, denn auch hier finden sich viele aus Holz gefertigte Exponate, unter anderem ein altehrwürdiger Vorgänger des besten Gesellenstückes – eine Konsole, die einst den Eingangsbereich einer Jacht von Clemens Wenzeslaus zierte.

 Die schönsten Highlights des Hauses stellte Museumsleiter Dr. Rainer Doetsch der Festgesellschaft vor. Die Gesellen, Eltern, Freunde und Ausbilder folgten gespannt seinen lebendig vorgetragenen Ausführungen rund um die einstige Pontonbrücke zwischen Koblenz und Ehrenbreistein, mächtige Dampfmaschinen, Loreley-Gemälde und den letzten verbliebenen hölzernen Lotsenkahn. Mithilfe solch kleiner Bötchen wurden die großen Rheinschiffe an besonders gefährlichen Stellen sicher durch die Tücken des Stroms geleitet. 

 Durch raue See im übertragenen Sinne werden auch die neuen Gesellen bisweilen geschwommen sein. Denn die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Traumberuf Schreiner ist kein Zuckerschlecken. Umso stolzer können sie nun auf das Erreichte sein. Gern überreichten Rolf Hendgen, Obermeister der Innung, Rüdiger Linde, Berufsschullehrer der BBS Technik, Carl-Benz-Schule und Stefan Kobiela, Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, die Zeugnisse. Karlheinz Gaschler, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein, hob in seiner Rede die besondere Bedeutung zweier Themen für das Handwerk hervor: Der Mangel an beruflichem Nachwuchs und die zunehmende Digitalisierung, die alle Branchen erfasst und die Berufsbilder verändert – ein Umbruch, den auch die neuen Gesellen erleben und mitgestalten werden.

 Nach der Verteilung der Gesellenbriefe gab es für die beiden Prüfungsbesten Jan Lönartz (Schreinerei Hammes, Faid) und Philipp Boos (Rudi Hammes, Morshausen) eine Urkunde und Geschenke überreicht durch die Prüfungs-Kommission sowie Obermeister Rolf Hendgen und stellv. Obermeister Wolfram Lehnen.


Foto: Juraschek