Engagierte Lehrlinge gesucht

Baugewerks-Innung Rhein-Mosel-Eifel will offensiv für Nachwuchs werben
 
Gute Jobaussichten, schlechtes Image – Experten am Bau sind rar. Wie in den meisten Handwerksberufen, so droht auch dem Bauhandwerk ein Mangel an Fachkräften. Das große Problem: das mangelnde Interesse an Ausbildungsplätzen. Bei der Jahreshauptversammlung der Baugewerks-Innung Rhein-Mosel-Eifel, die kürzlich im Fährhaus am Stausee in Koblenz stattfand, war der Nachwuchskräftemangel eines der zentralen Themen. 54 Betriebe zählen zur Innung. Obermeister Alfred Theisen, der in seinem Jahresbericht von „verhalten positiven Umsatzprognosen“ für das Bauhauptgewerbe sprach, wies auf die Notwendigkeit hin, das Interesse junger Leute an Bauberufen wieder zu wecken: „Auch wenn sich die Baukonjunktur derzeit nur recht langsam erholt, Fachkräfte sind schon jetzt rar“, erklärte der Obermeister. Daher will auch die Baugewerks-Innung Rhein-Mosel Eifel künftig verstärkt im Bereich von Schulen aktiv werden – und bei Informationsveranstaltungen über die Vorzüge aufklären, die das Bauhandwerk als Beschäftigungsfeld mit sich bringt. „Das Bauhandwerk kann sich durchaus mit Vorzügen konkurrierender Berufsfelder messen – denn die Perspektiven sind sehr gut“, bekräftigte der Obermeister. In kaum einem anderen Berufsfeld seien die Chancen so groß, nach abgeschlossener Ausbildung in einem Beschäftigungsverhältnis unterzukommen.
Auf die derzeit eher bedenkliche Ausbildungssituation wies Lehrlingswart Hans-Werner Geiermann. Er bemängelte das geringe Engagement vieler Lehrlinge – und die dadurch erschreckend schwachen Noten. „Trotz guter Möglichkeiten sind die Leistungen rückläufig“, berichtete er. Viele Auszubildende beständen die Abschlussprüfungen nur knapp – immer mehr fielen gar durch. Nicht nur für ihn ein kleiner Hoffnungsschimmer: Beim letztjährigen Leistungswettbewerb des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes setzte sich ein Geselle der Baugewerks-Innung Rhein-Mosel-Eifel bis auf Landesebene durch.
 
Helmut Weiler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, wies in seinem Bericht auf die Bedeutung des Themas Arbeitsrecht – auch und gerade in Bezug auf Personalrekrutierung. Er hielt die Innungsbetriebe dazu an, bei arbeitsrechtlich relevanten Fragen die Hilfe und Unterstützung der Kreishandwerkerschaft zu nutzen. Im Anschluss stellte er die Jahresrechnung 2010 zur Prüfung. Vorstand und Geschäftsführung wurden einstimmig entlastet und der Haushaltsplan 2011 – ebenfalls einstimmig – beschlossen.
Abgerundet wurde die Jahreshauptveranstaltung durch ein Referat zum Thema „Abfallwirtschaft am Bau“. Zudem informierte Rechtsanwalt Norbert Dreisigacker, Geschäftsführer Baugewerbeverband Rheinland-Pfalz e.V., über aktuelle Rechtsprechung zu Bauverträgen.

Foto: KHS Archiv
 
Wollen gezielt für das Bauhandwerk werben (von links): Lehrlingswart Werner Geiermann, Obermeister Alfred Theisen und Helmut Weiler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.