Innung Mittelrhein Ahr-Mosel-Rhein-Lahn: Backkunst auf hohem Niveau | |||||
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Innung Mittelrhein Ahr-Mosel-Rhein-Lahn: Backkunst auf hohem Niveau Der Duft nach frischem Brot lag dieser Tage verführerisch über dem Hotel „Moselblick“ in Winningen – und nein, hier wurde nicht nur gefrühstückt. Anlass war die Brot-Prüfung 2026. Einmal im Jahr rufen die Bäcker-Innung Mittelrhein Ahr-Mosel-Rhein-Lahn und das Deutsche Brotinstitut Innungsbetriebe dazu auf, ihre Brote freiwillig von einem unabhängigen Prüfer beurteilen zu lassen. Dieses Mal nahm Brotprüfer Maik Wegner 56 Brote und Brötchen unter die Lupe. Das Ergebnis: Wie gewohnt stark. Vom Ludwigbrot und den Körnerwichtel über das Limesbrot zum Oberländer: Die Köstlichkeiten aus Meisterhand überzeugten und bewiesen wieder einmal, Deutschland ist das Brotland Nummer eins. Und auch in unserer Region ist was gebacken. Auf meisterhaftem Niveau. Geprüft wurde alles, was ein gutes Brot ausmacht: Form und Aussehen, die perfekte Kruste, das Krumenbild, Elastizität, Geruch und natürlich der Geschmack. Das Ergebnis kann sich sehen – und schmecken – lassen: Von 44 eingereichten Broten wurden 40 mit „Sehr gut“ ausgezeichnet, drei erhielten ein „Gut“, und nur ein einziges ging leer aus. Auch bei den Brötchen überzeugte die Qualität: Neunmal „Sehr gut“, dreimal „Gut“. Besonders begehrt: das Gold-Zertifikat, das dreimal vergeben werden konnte. Das gibt es dann, wenn ein Backprodukt an drei Jahren hintereinander ein „sehr gut“ ergattern konnte. Am Ende der freiwilligen Kontrolle gab es für die prämierten Bäckereien neben dem Motivationsschub auch die begehrten Zertifikate und Siegel. Das ist nicht nur ein schöner Lohn für den Bäckermeister, sondern auch ein toller Service für die Kunden: Testergebnisse und Bäcker-Finder können auf der Internetseite www.brotinstitut.de abgerufen werden. Doch bis zur Auszeichnung ist es ein weiter Weg – und einer, der viel Fingerspitzengefühl und einen feinen Gaumen verlangt. Seit Jahren testet sich Brotexperte und – sommelier Maik Wegner aus dem Sauerland unermüdlich durch deutsche Backwaren. Dabei wird keine Note verschenkt. Ist die Kruste dick genug, damit sie die Feuchtigkeit hält, sind die Poren im Teig gleichmäßig verteilt, passen Geruch und Geschmack zur Art des Brotes? Gibt es noch etwas zu verbessern, erhält der Bäcker eine Aufschlüsselung des Bemängelten sowie Tipps zur Optimierung. Schon am Morgen hat Maik Wegner seinen Arbeitsplatz hergerichtet. Auf zwei großen Tischen liegen die zu testenden Backwaren auf der Terrasse des Hotels bereit. Ein Laptop und ein Drucker sind auch am Start, denn jedes Ergebnis wird gleich in den PC eingegeben und am Ende gilt es, die Zertifikate auszudrucken. Während Wegner auf der sonnigen Terrasse Genussvolles verkostet, halten die Bäckermeister ihre Jahreshauptversammlung drinnen ab – werfen aber immer wieder neugierige Blicke hinaus, wo ihre Werke auf dem Prüfstand stehen. Maik Wegner testet und testet, neutralisiert seinen Gaumen dabei immer wieder mit stillem Wasser. „Das Angebot hier ist sehr vielfältig“, freut er sich. Wie er vorgeht? „Ich prüfe aus Kundensicht“, erklärt er. „Also wie ein sehr kritischer Kunde.“ Natürlich gibt es standardisierte Kriterien, die abgeprüft werden. „Und dabei achte ich immer auf das Wörtchen `zu`. Ist etwas `zu` dunkel, `zu`salzig, `zu feucht`?“ Seit gut einem Jahr sind auch bis zu drei Pluspunkte zu vergeben. So ist ein Punkteausgleich möglich, wenn ein Brot etwa in puncto Optik einen Mangel aufweist, dafür aber einen herausragenden Geschmack hat.
Und wie hält es ein Brotprüfer eigentlich privat mit dem täglichen Brot? Die Antwort kommt mit einem Schmunzeln: „Nach so einem Tag eher nicht – da gibt’s dann zur Abwechslung einen guten Salat.“ An der Brot-Prüfung teilgenommen haben in diesem Jahr: Bäckerei Kai Alsbach, Vollkornbäckerei Barth, Bäckerei/ Konditorei Jens Gassen, Bäckerei Genn, Bäckerei Frank Hilger, Bäckerei-Konditorei Jürgen Lieber, Die Lohners, Dorfbäckerei Raphael Marcheel und die Einricher Landbäckerei Zorn. Sie alle haben eindrucksvoll bewiesen: Im Mittelrhein wird Backhandwerk nicht nur gepflegt – hier wird es gelebt.
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![]() Foto: Archiv | |||||

