Koblenzer Schornsteinfeger: finanziell gut aufgestellt, zukunftsorientiert und s

Koblenzer Schornsteinfeger: finanziell gut aufgestellt, zukunftsorientiert und sozial engagiert

Innungsversammlung der Schornsteinfeger-Innung Koblenz

 Schornsteinfeger bringen bekanntlich Glück. Auf die Innungsversammlung der Schornsteinfeger-Innung Koblenz im ZEG jedenfalls traf dies zu, gab es doch viele erfreuliche Nachrichten. Die 141 Mitglieder starke Gemeinschaft ist finanziell gut aufgestellt, die Ausbildungszahlen sind stabil. Mit innovativen Ideen zur Digitalisierung, Wärmepumpenführerscheinen sowie Erfolg bei der Umsetzung der neuen Ausbildungsverordnung ist das rührige Team rund um Obermeister Florian Klein auf einem sehr guten Weg.

 Ulf Hoffmann ist als Nachfolger von Helmut Weiler neuer Geschäftsführer der Koblenzer „Glücksbringer“. Seit 2018 ist er bei der KHS Mittelrhein als Geschäftsführer aktiv und seit diesem als Hauptgeschäftsführer in der Verantwortung. „In dieser Innung wird richtig viel gemacht, hier ist wahnsinnig viel Drive drin“, zeigte sich Ulf Hoffmann beeindruckt: „Ich freue mich, dass ich als Geschäftsführer fungieren darf.“

 Herzensthema ist für Obermeister Florian Klein die „Glückstour - Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern“. Das machte sein Bericht deutlich. Die Glückstour ist eine jährlich stattfindende Spenden- und Benefizaktion des deutschen Schornsteinfegerhandwerks. An der Radtour über 1000 Kilometer beteiligen sich einige Mitglieder des Koblenzer Teams Schwarz sogar als aktive Fahrer. Darüber hinaus konnten im Rahmen einer Aktion auf dem Schängelmarkt und der Seniorenfeier weitere Spendengelder gesammelt werden.

 Der Beruf des Schornsteinfegers ändert sich, fossile Brennstoffe werden zunehmend durch erneuerbare Energien ersetzt. Auch dies war Thema der Innungsversammlung. Schornsteinfeger entwickeln sich zu Energieexperten, die helfen, die Energiewende praktisch umzusetzen. Diese Änderungen verlangen zusätzliche Qualifikationen. „Angst vor der Zukunft brauchen wir nicht zu haben“, ist Florian Klein überzeugt, „wir haben sehr viel Spielraum, in dem wir agieren können.“

 Auch die Ausbildungsinhalte müssen entsprechend an technische Neuerungen und Energiewende angepasst werden. Hierüber informierte Lehrlingswart Julian Redel. Seit dem 1. August ist eine neue Ausbildungsverordnung in Kraft, die Themen wie Energieeffizienz und Klimaschutz stärker in den Fokus rückt. Weiter, so Redel, habe der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks gemeinsam mit der Hochschule Rottenburg eine Kooperation gestartet. Man kann dort parallel zur klassischen Schornsteinfeger-Ausbildung einen Bachelor of Science in Erneuerbaren Energien absolvieren. Insgesamt seien die Ausbildungszahlen stabil. 123 Azubis gibt es derzeit in RLP. Dies sei maßgeblich auch der erfolgreichen Jugendinitiative „Komm ins Team Schwarz“ zu verdanken.

 Achim Bürger berichtete ausführlich über Neuigkeiten und aktuelle Entwicklungen im Bereich der Technik.

 Landesinnungsmeister Marco Villmann machte die Digitalisierungskampagne des LIV zum Thema. Erarbeitet wird eine Wissensdatenbank mit KI-Funktion für Schornsteinfeger. Eine App und eine Internetseite mit Zugangscode sollen es Schornsteinfegern ermöglichen, jederzeit schnell und unkompliziert auf das neueste Fachwissen und die Gesetzeslage zuzugreifen. Auch die neue Gebäuderichtlinie kam zur Sprache. Sie muss bis Mai 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden und wird strengere Anforderungen an Energieeffizienz und Klimaneutralität vorsehen. Konkretes sei noch nicht bekannt. Fest stehe nur: „Das Ende der fossilen Energie ist eingeläutet“, so Marco Villmann.

 Darauf reagiert das Handwerk. Seit einiger Zeit kann ein Wärmepumpenführerschein gemachen werden, 500 Kollegen aus RLP haben ihn bereits erworben. In der Bildungsinstitution FAWiS in Kaiserslautern ist ein viertägiges Seminar zum Thema Wärmepumpen möglich, das sich großer Beliebtheit erfreut.

 Bei den Finanzen schließlich ging es um den Jahresabschluss 2024. Hierüber berichteten die Kassenprüfer, dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Einstimmig beschlossen wurde auch der Haushaltsplan 2026.

 Weiter stand die schöne Aufgabe an, Ehrungsurkunden zu überreichen. Persönlich geehrt werden konnten Jürgen Vier aus Grafschaft-Bölingen (25 Jahre Bezirksschornsteinfeger), Harald Conradi aus Idar-Oberstein und Bruno Unger aus Neuwied (beide 50 Jahre Meisterprüfung). Insgesamt waren es neun zu Ehrende. Auch neue Innungsmitglieder stehen parat: Persönlich begrüsst werden konnten Sandra Reifenhäuser aus Buchholz, Matthias Fuchs aus Idar-Oberstein und Christopher Elzer aus Mayen. Fünf Neue gibt es insgesamt.

 Weiter bekamen die frischgebackenen Gesellen, die ihre Prüfung erfolgreich ablegen konnten, ihre Zeugnisse überreicht: Willkommen in den Reihen der Schornsteinfeger. Durch seine Leistung besonders glänzen konnte hier Florian Dünker aus Oberzissen, der 2025 Landessieger der Schornsteinfeger in RLP wurde.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von einer Ausstellung der Industriepartner.


Foto: Archiv