Fleischer k├Ąmpfen gegen die Zwangsfusion

Zur Jahreshauptversammlung der Fleischer-Innung Rhein-Lahn konnte Obermeister Wilfried Wagner (Braubach) in der Nassauer Stadthalle wie immer einen Großteil aller Betriebsinhaber und zahlreiche Gäste willkommen heißen. In seinem Bericht zur Lage skizzierte der Obermeister die saisonalen Schwankungen im Absatz. Zum Beginn der Grillperiode gelte es, dem Verbraucher eine breite Palette auch regional geprägten Grillguts anzubieten: etwa einen "Rheinsteiggriller". Wilfried Wagner skizzierte die Vorstandsarbeit, insbesondere die Ergebnisse der Obermeistertagung im Februar in Würzburg und der Delegiertentagung des Landesinnungsverbands in Koblenz.

Geschäftsführer Alexander Zeitler stellte anschaulich den neuen Kennzeichnungsordner "Unsere Wurst" vor, der gerade angesichts des Anwachsens der Allergien den Kunden mehr Transparenz bieten soll, verbunden mit Imagewerbung und einer guten Mitarbeiterschulung.

Ein "Heimspiel" hatte Landesinnungsmeister Günter Schütz aus Bad Ems, der eingehend über Aktuelles referierte. Das deutsche Fleischerhandwerk habe das Krisenjahr 2009 "mit einem blauen Auge" überstanden. Der Fleischverzehr sank nur geringfügig auf 60,9 Kilogramm pro Kopf, während die Ertragssituation sich sogar leicht verbesserte. Bundesweit zähle das Handwerk noch 26 523 stationäre Verkaufsstellen und beschäftige rund 151 000 Mitarbeiter. Die Konjunkturaussichten seien "nicht unbedingt euphorisch zu sehen", umso mehr zählten Kreativität und Imagepflege.

Die Fleischer wollen sich mit "Krallen und Zähnen", notfalls sogar mit juristischen Schritten zur Wehr setzen gegen eine Zwangsfusion ihrer ebenso effektiven wie kostengünstigen Berufsgenossenschaft FBG mit der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN), von der nur Nachteile zu erwarten seien.