Elektroniker feierlich von Innung freigesprochen

Die Revolution der Informationssysteme hat auch das Elektrohandwerk in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark verändert. Ein angehender Geselle lernt heutzutage ganz andere Techniken, als dies noch seine Vorvorgänger taten. Gerade deshalb ist aber auch der Beruf des Elektronikers ungemein spannend und bietet vielfältige Perspektiven. Nach einer Lehrzeit von dreieinhalb Jahren wurden nun 35 Auszubildende der Innung für Elektro-, Gebäude- und Informationstechnik Rhein-Mosel nach bestandener Prüfung von ihren Lehrlingspflichten feierlich freigesprochen. „Diese bestandene Gesellenprüfung ist für Sie ein ideales Sprungbrett, um sich den weiteren Herausforderungen, die eine globalisierte Gesellschaft an Sie richtet, zu stellen. Sie soll ein Ansporn für Sie sein, sich beispielsweise in Abendkursen oder Lehrgängen, wie sie die Handwerkskammer anbietet, weiter zu qualifizieren. Und zudem sollten Sie natürlich auch die Meisterprüfung nicht aus dem Auge verlieren“, sagte Christoph Hansen, Obermeister der Elektro-Innung Rhein-Mosel.

Die vor anderthalb Jahren begonnene Wirtschaftskrise ist dabei auch am Elektrohandwerk nicht spurlos vorbeigegangenen. „Man merkt im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise, dass Neubautätigkeiten leider zurĂĽckgegangen sind. Umso wichtiger ist es, dass unsere mittelständischen Unternehmen, die im Durchschnitt nicht mehr als vier Angestellte haben, ihre Stärken, Zuverlässigkeit und sorgfältige Arbeit, vor den Kunden herausstellen“, betonte Christoph Hansen. Ă„hnlich sieht dies Karlheinz Gaschler, HauptgeschäftsfĂĽhrer der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein. „Gerade die Finanzkrise hat uns doch gezeigt, dass Ehre ein wichtiger Bestandteil eines jeden Berufs sein muss.  Und wir sind stolz auf unsere Handwerksehre“, so Karlheinz Gaschler. Dass das Handwerk innerhalb der Wirtschaft sich seiner gesellschaftlichen Rolle bewusst ist, zeigt dabei schon ein Blick auf die Statistik. „Allein in der Region Mittelrhein stellt das Handwerk rund 3000 Ausbildungsplätze. Und diese Ausbildungsplätze werden zumeist von familiär gefĂĽhrten Mittelstandbetrieben zur VerfĂĽgung gestellt“, unterstrich Karlheinz Gaschler.

Während die Ansprüche an den Beruf des Elektronikers immer stärker gewachsen sind, sind die Kenntnisse, die die jungen Männer und Frauen von der Haupt- oder Realschule mitbringen, oftmals eher gesunken, wie der Vertreter der Koblenzer Berufsbildenden Schule Technik, der Carl-Benz-Schule, Oberstudienrat Jost Kringe, bei der Freisprechungsfeier betonte. Gerade im Bereich Mathematik und Rechtsschreibung gäbe es Defizite. „Aber die vergangenen dreieinhalb Jahre, in denen Sie die Carl-Benz-Schule besuchten, haben gezeigt, dass diese Defizite verschwinden, wenn man engagiert arbeitet“, so Oberstudienrath Kringe.

 

Von den angemeldeten 44 Lehrlingen bestanden schließlich 35 die Gesellenprüfung als Elektroniker, Energie und Gebäudetechnik. Prüfungsbester mit der Gesamtnote „Sehr gut“ war Nicolas Neubauer von der Firma Elektro Pretz GmbH & Co. KG, Koblenz.

 


Foto: Godehard Jurascheck

Die frisch gebackenen Koblenzer Junggesellen mit Obermeister Christoph Hansen überreicht dem Prüfungsbesten Nicolaus Neubauer (Firma Elektro Pretz GmbH, Koblenz) sowie (v.r.n.l.) Lehrlingswart Hans Anspach, Ehrenobermeister Gerd Pretz, Dr. Friedhelm Fischer (HwK Koblenz) und Karlheinz Gaschler, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein