Landrat Kern informiert sich bei Obermeistern des Handwerks

Schon Tradition ist die Gespr√§chsrunde, zu der Landrat G√ľnter Kern die Obermeister der im Rhein-Lahn-Kreis t√§tigen Handwerksinnungen ins Kreishaus einl√§dt. Dabei stehen die Situation des Handwerks und kreisspezifische Themen im Mittelpunkt. So bildeten in diesem Jahr die Ausbildungssituation sowie die wirtschaftliche Lage und die Kreditversorgung der Unternehmen, aber auch die Folgen der demografischen Entwicklung Schwerpunkte des Gespr√§chs.

F√ľr die Kfz-Innung stellte stellvertretender Obermeister Andreas Pabst eine zunehmend schlechte Qualit√§t der Lehrstellenbewerber fest, ferner eine sinkende Zahl der Bewerber um Ausbildungspl√§tze sowie einen sich versch√§rfenden Konkurrenzkampf der Betriebe um geeignete Azubis.

Heinz Kugel, Obermeister der B√§cker, informierte dar√ľber, dass f√ľr seine Innung keine negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu verzeichnen seien.

Der Obermeister der Baugewerksinnung, Harald B√§r, machte ein eher geringes Interesse an Ausbildung aus. Er best√§tigte positive Effekte aus den Konjunkturpaketen und kritisierte eine zur√ľckhaltende Kreditierung von Handwerksbetrieben durch Banken und Sparkassen.

F√ľr die Installateur- und Heizungsbauer konstatierte Obermeister Dieter Hillingsh√§user eine erfreuliche Auftragslage im Renovierungsbereich. Im Neubau-Bereich hingegen gehe fast gar nichts mehr. Er kritisierte, dass Mitbewerber die Arbeit zunehmend zu Dumpingpreisen anb√∂ten.

Auch die Fleischer konnten sich, wie Obermeister Wilfried Wagner ergänzte, am Markt gut behaupten.

Rainer Tiefenbach, Obermeister der Malerinnung, kritisierte die Konkurrenz von Hausmeister-Services, welche alles machten, ohne √ľber die handwerkliche Qualifikation zu verf√ľgen.

Johannes Lauer, Obermeister der Dachdecker, regte an, seitens des Kreises darauf hinzuwirken, dass in den Lehrplänen der Realschule plus das Handwerk den gleichen Stellenwert erhält wie andere Berufssparten.

F√ľr das Elektrohandwerk stellte Obermeister Dieter Pfaff die Bedeutung der regenerativen Energien f√ľr den Fortbestand der Elektrobetriebe dar.

In diesem Zusammenhang konnte Landrat Kern auf ein Gespräch mit Innungsvertretern hinweisen, bei dem das von der Wirtschaftsförderungs-gesellschaft geplante "100-Dächerprogramm" vorgestellt wird.

Auf die Frage aus der Runde, was nach dem "Konjunkturpaket II" komme, verwies der Landrat unter anderem auf das "Schulbauprogramm", mit dem der Kreis mehrere Millionen Euro investiere - Geld, das auch der heimischen Wirtschaft zugute komme. Landrat Kern dankte den Vertretern der Kreishandwerkerschaft f√ľr das konstruktive Gespr√§ch.