Tischler-Innung Mayen stellt Unterrichtsmaterialien zum Schreinerhandwerk vor

Die richtige Berufswahl ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Jugendalter. Unterrichtsmaterialien zur Berufsorientierung können hier eine wertvolle Hilfe sein. Die Tischler-Innung Mayen lud jetzt Vertreter der im Innungsgebiet ansässigen Haupt-, Real- und Realschulen plus in die Räumlichkeiten der Schreinerei Glabach nach Saffig ein, um ihnen einen vom Landesfachverband des Tischlerhandwerks erstellten, sogenannten Berufsfindungsordner zu übergeben.

„Uns war es wichtig, diesen Ordner nicht einfach an die Schulen zu verschicken, sondern die Berufsorientierungskoordinatoren in einer speziellen Veranstaltung in die Arbeit mit den darin enthaltenen Materialien einzuführen und ihnen wichtige Hintergrundinfos an die Hand zu geben“, so Christoph Rieger, Obermeister der Tischler-Innung Mayen. Den Fachlehrern wurde der 116 Seiten starke und ansprechend gestaltete Berufsfindungsordner „Tischler – Der kreative Beruf mit Zukunft“ dabei von Alexandra Birk-Märker von der Berufsbildenden Schule (BBS) Mayen vorgestellt.

„Viele wissen gar nicht, was hinter dem Berufsbild des Schreiners steckt“, hob Birk-Märker, die an der BBS als Klassenleiterin die angehenden Tischler unterrichtet, hervor. Es gehe dabei nicht nur um Holz und Holzwerkstoffe, sondern auch um das Arbeiten etwa mit Glas, Kunststoffen, Leimen, Lacken, unterschiedlichen Oberflächen und modernen Maschinen. Als Beispiele von Tischlerarbeiten enthält der Berufsfindungsordner mit Winkelküche und Fenster zwei wichtige Dinge aus dem Alltag: Mit diesen sollen sich die angesprochenen Schüler der Klassenstufen 8 bis 10 in Teamarbeit auseinandersetzen.

Insgesamt sind die Unterrichtsmaterialien zum Tischlerberuf sehr praxisgezogen gestaltet, es gibt ausführliche Arbeits- sowie Lösungsblätter. Die höchst unterschiedlichen Werkstücke für den Technikunterricht wie Bumerang, Drehhocker, Kranich, Tablett oder Tischkicker zeigen den Schülern die große Vielfalt dieses handwerklichen Berufs auf. Sie bekommen Grundlagen zum Aufbau von Holz vermittelt, lernen verschiedene Hölzer kennen, werden an Materiallisten herangeführt und bereiten mit Fragebögen die Besichtigung einer Tischlerei vor.

Ein weiteres Kapitel behandelt die Ausbildungsmodalitäten. Berufsschullehrerin Birk-Märker betonte hier die Voraussetzungen, die am Tischlerhandwerk Interessierte unbedingt mitbringen sollten – nicht nur Interesse am Umgang mit dem Werkstoff Holz und moderner Technik, sondern auch räumliches Vorstellungsvermögen und gute Mathematikkenntnisse. Am Ende der Veranstaltung war klar: Die Unterrichtsmaterialien tragen nicht nur dazu bei, den Schülern ein wichtiges Handwerk auf spannende Art und Weise näher zu bringen, sondern helfen auch, den geeigneten Beruf zu ergreifen beziehungsweise Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Obermeister Rieger hofft somit auf einen regen Einsatz des Ordners, der auch die Mitgliederliste der Tischler-Innung Mayen enthält: Diese ist über Mayen-Stadt und die Verbandsgemeinde Vordereifel hinaus auch für Andernach, die VG Pellenz sowie die VG Mendig und VG Maifeld zuständig. Bei der Präsentation nicht vertretene Schulen aus dem Bereich der Innung bekommen den neuen Berufsfindungsordner zugestellt. Finanziell unterstützt wurde die Info-Veranstaltung für die Lehrer von den Firmen Holz-Blum aus Meckenheim sowie Holz-Konrad aus Neuwied.


Präsentation mit Praxisbezug: Die Räumlichkeiten einer Schreinerei bildeten die Kulisse für die Vorstellung des Berufsfindungsordners zum Tischler-Handwerk. Mit dabei Helmut Weiler, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Mittelrhein (re.); Christoph Rieger, Obermeister Tischler-Innung Mayen (2. v. re.); Peter Glabach, Tischler-Innung Mayen (3. v. li.); Alexandra Birk-Märker, BBS Mayen (li.) sowie Vertreter der Schulen.