Obermeistertagung am Arbeitsgericht Koblenz

35-j├Ąhriges Bestehen der Aussch├╝sse f├╝r Lehrlingsstreitigkeiten

Sowohl f├╝r den Arbeitgeber als auch f├╝r den Arbeitnehmer sind sie eine unangenehme Angelegenheit: Prozesse vor Arbeitsgerichten. Um einen solchen Prozess im Ausbildungsverh├Ąltnis zu vermeiden, gibt es seit 35 Jahren f├╝r die meisten Innungen der Kreishandwerkerschaft einen Ausschuss f├╝r Lehrlingsstreitigkeiten. Dieser Ausschuss, der sowohl vom Auszubildenden als auch vom Betrieb angerufen werden kann, ist parit├Ątisch besetzt - neben einem Vorsitzenden nehmen an den nicht ├Âffentlichen Sitzungen der Lehrling und ein Vertreter des Betriebes teil. Bei einem Besuch des Arbeitsgerichts Koblenz dankte Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Detlef B├Ârner nun ausdr├╝cklich dem Direktor des Arbeitsgerichts, Hans-Joachim Gans, f├╝r dessen ehrenamtliche T├Ątigkeit als Ausschussvorsitzender. ÔÇ×Ihnen ist es in vielen F├Ąllen gelungen, die Parteien zu einen. So wurde den Betrieben und den Lehrlingen oftmals der Gang zum Arbeitsgericht erspartÔÇť, betonte Detlef B├Ârner.

Den zahlreichen interessierten Betriebsinhaber erl├Ąuterte Hans-Joachim Gans beim Besuch des Gerichts au├čerdem die Praxisabl├Ąufe von Arbeitsrechtsstreitigkeiten. H├Ąufige Fehlerquellen sind dabei, dass gewisse Formalien nicht eingehalten werden. So muss, wie Gans erkl├Ąrte, eine K├╝ndigung immer schriftlich erfolgen, auch ein Fax ist hier nicht ausreichend. Viele F├Ąlle, die vor das Arbeitsgericht kommen, lassen sich dennoch, so Gans, im G├╝tetermin kl├Ąren, wobei das Ziel ein ausgewogener Kompromiss ist.

In dem anschlie├čenden Seminar ging Gans ganz auf Schwerpunkte bei Arbeitsstreitigkeiten ein. Deutlich wurde dabei, dass gerade bei K├╝ndigungsschutzprozessen der Abfindungs-Poker schnell in den Mittelpunkt r├╝ckt. Mitgliedsbetriebe der Kreishandwerkerschaft werden dabei in erster Instanz kostenfrei vertreten. Allerdings ist das Kostenrisiko auch von der Prozessdauer bestimmt.

In der nachfolgenden lebhaften Diskussion wurden unter anderem Fragen zu befristeten Arbeitsverh├Ąltnissen er├Ârtert. Andere Themen waren bei dem Besuch, zu dem Arbeitsgerichtsdirektor Hans-Joachim Gans und Kreishandwerksmeister Detlef B├Ârner eingeladen hatten, die Anwendung tariflicher Bestimmungen, der Betriebs├╝bergang, die Sozialauswahl bei K├╝ndigungsschutz sowie die Berechnung der Abfindungsh├Âhe. Hier finden sich kleinere Betriebe in ihrer Leistungsf├Ąhigkeit oftmals ├╝berfordert. Generell wies Gans nochmals auf die Einhaltung der Formalien hin: schriftliche Arbeitsvertr├Ąge, schriftliche ordnungsgem├Ą├če K├╝ndigungsschreiben sowie die Einhaltung der K├╝ndigungsfrist.


Foto: Peter Karges

Auf Einladung von Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Detlef B├Ârner (1. Reihe 3. von links) und Arbeitsgerichtsdirektor Hans-Joachim Gans (1. Reihe 4. von links) besuchten Betriebsinhaber der Kreishandwerkerschaft das Koblenzer Arbeitsgericht.