Stra├čenbauer aktiv in Sachen Nachwuchsgewinnung

Qualifizierte Mitarbeiter sind begehrte Mangelware in den Reihen der Straßenbauer. Das will das Innungsteam nicht so stehen lassen und dreht – gemeinsam mit der Koblenzer Handwerkskammer (Hwk) - an gleich mehreren Schrauben. Durch besonderes Coaching und Förderprogramme können Azubis unterstützt werden, mit dem Ziel, die Quote der Abbrecher zu minimieren. Zudem gilt es, so Schulz, die Ausbildungsinhalte zu ergänzen. Eine zusätzliche Maschinenausbildung wird, möglicherweise auf dem Gelände der Hwk, in Kürze installiert werden.

 Auch Norbert Dreisigacker von Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz schlug in diese Kerbe: Er berichtete über Aktuelles aus dem Landesverband. Um den Beruf für junge Leute interessanter zu machen, soll ein Bau-Anhänger zum Einsatz kommen. Der Hintergrund: Ein ähnliches Projekt der Bauwirtschaft Baden-Württemberg mit dem Titel „BauBus“ konnte bereits beachtliche Erfolge einfahren. Im doppelten Wortsinn. Ein u.a. mit ferngesteuertem Mini-Bagger, einer virtuellen Fahrt über eine Baustelle und Geräuscherätsel multimedial ausgestatteter ehemaliger Linienbus fährt von Schule zu Schule und präsentiert interessierten Klassen die zahlreichen Berufe am Bau auf spielerische Art.

 Die Idee, Ähnliches bei abgespecktem Budget und mit Hänger statt Bus zu installieren, stieß bei den Innungsmitgliedern grundsätzlich auf Zustimmung. Allerdings sähe man auch hier nach dem Motto „Klotzen statt Kleckern“ lieber ein größeres Gefährt in Aktion.

 Das Engagement der Straßenbauer-Innung Koblenz für den Nachwuchs zeigt sich auch deutlich bei den großzügigen, jährlichen Spenden, die in das Projekt „Friedenskinder“ fließen. Auch in diesem Jahr überreichte das Innungsteam einen Scheck über 3000 Euro an die Initiative. Vom Geld wird ein Schulprojekt in Kenia unterstützt.

  Herzliche Worte fand Wolfgang Schulz für Karlheinz Gaschler, langjähriger Hauptgeschäftsführer der KHS Mittelrhein, der in den Ruhestand getreten ist. Nachfolger ist Helmut Weiler. „Karlheinz Gaschler war immer bereit, spontan in unsere Projekte mit einzusteigen. Die Arbeiten, die er gemacht hat, waren immer sehr gut“, blickte der Obermeister gerne auf die vergangene Zeit zurück.

 Ein weiteres, allerdings unerfreuliches Thema, das die Innungsmitglieder umtreibt, ist die beobachtete Zunahme von Kolonnen, die – so die Vermutung – das Handwerk zum Teil unberechtigt ausüben. Auch die oftmals scheinbar nicht korrekt eingehaltene Grenzziehung zwischen dem Aufgabenbereich des Garten- und Landschaftsbaus auf der einen sowie dem Straßenbau auf der anderen Seite bereitet Kopfschmerzen. Gegen diese, so Schulz, „Aufweichung unserer Branche durch Menschen, die ohne Qualität oder sogar womöglich schwarzarbeiten“ wünschen sich die Innungsmitglieder ein entschlosseneres Vorgehen seitens der Politik.

 Schließlich boten Innung und KHS wie immer einen Servicevortrag an, der den Arbeitsalltag erleichtern soll. Hier gab Rechtsanwalt Christian Thieme-Garmann wertvolle Tipps rund ums Arbeitsrecht. Aufgrund neuester Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofes und des Bundesarbeitsgerichts gilt es, Klauseln in Arbeitsverträgen, etwa in puncto Weihnachtsgratifikation oder Urlaub, umzuformulieren bzw. zu ergänzen – so lassen sich rechtliche Fallstricke sicher vermeiden. 

Foto: Archiv

Obermeister Wolfgang Schulz (links) überreicht eine großzügige Spende der Straßenbauer-Innung Koblenz an Paul Sauer von der Initiative Friedenskinder.