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An der Zukunft der Branche „backen“

Zwei neue Gesichter verstärken Konditoren-Innung Rheinland-Pfalz hinter den Kulissen

 

Die Konditoren sind die Meister des süßen Genusses. Damit sie sich auch weiterhin ihrer kreativen Arbeit rund um Tortenträume, feinste Pralinen und vielem mehr widmen können und sich nicht im bürokratischen „Drumherum“ verlieren, stehen starke Organisationen wie Innungen, Kreishandwerkerschaft (KHS) und Bundesverband hinter ihnen. Ziel ist es, den Betriebsinhabern durch ein umfassendes Serviceangebot den Rücken freizuhalten. Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Konditoren-Innung Rheinland-Pfalz gab es gleich zwei neue Gesichter, die das backfreudige Team hinter den Kulissen verstärken.

 Alexander Zeitler hat die Geschäftsführung der Innung übernommen, Julia Gustavus ist die neue Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Konditorenbundes. Die Innungsmitglieder trafen sich im Hotel Pistono in Dieblich. Die Veranstaltung war so gut besucht, dass weitere Sitzgelegenheiten organisiert werden mussten.

 Datenschutz ist eines der Themen, das den Konditoren unter den Nägeln brennt. Ob Datenschutzgrundverordnung, Nährwertkenn-zeichnung oder neueste Rechtsprechung in Sachen Arbeitsrecht: Seitens der EU werden stets neue Gesetze ersonnen, die für große Betriebe bzw. die Industrie umsetzbar sein mögen. Der Handwerksbetrieb aber muss sehen, dass ihn der bürokratische Aufwand nicht erschlägt. Hier bieten KHS Mittelrhein und Bundesverband Handreichungen. So hat der Deutsche Konditorenbund einen Leitfaden zum Thema Datenschutz herausgegeben: Tipps, die schnell umzusetzen sind und für Rechtssicherheit sorgen. Auch Alexander Zeitler wusste in diesem Punkt zu beruhigen. Bereits seit über zwanzig Jahren ist er bei der KHS Mittelrhein tätig und betreut die Nahrungsmittel-handwerke, insbesondere den Fleischer-Fachverband Rheinland-Rheinhessen. Zuvor betreute Karlheinz Gaschler die Innungs-gemeinschaft der Konditoren. Seit 1980 hatte er sich mit hohem Engagement für das Konditorenhandwerk eingesetzt und in dieser Zeit viel bewegt und geht nun in den wohlverdienten Ruhestand. Die Ehrung muss krankheitsbedingt nachgeholt werden.

 Alexander Zeitler informierte weiter rund um den Kampf gegen die Hygieneampel und die drohende Preisexplosion bei Kältemitteln. Auch in der Diskussion ist ein Mehrwegsystem für Coffee to go Becher. Unterwegskaffee aus Mehrwegbechern könnte helfen, die Müllberge zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. Andere Städte machen Ähnliches bereits vor.

 Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern ist bei den Konditoren großes Thema. Hier wussten Michael Oster (IKK Südwest) und Daniel Petrat (Signal Iduna) Rat. Sie warben für Mitarbeiterbindung durch Zusatzleistungen wie das betriebliche Gesundheitsmanagement „Jobaktiv“ oder durch eine betriebliche Krankenversicherung. Anke Altmeyer stellte mit „Handwerk vital“ eine Initiative der Handwerkskammer Koblenz vor. Ob gesunder Pausensnack oder kurze Übungen für den Arbeitsalltag, die einseitiger Belastung entgegen wirken: „Handwerk vital“ will Wege aufzeigen, wie Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung ganz konkret im Alltag umgesetzt werden können.

Julia Gustavus informierte über neue Ideen, die der Deutsche Konditorenbund umsetzen möchte – etwa die Ernennung eines Gesellen des Monats oder der verbesserte Themen-Zugriff aufs Archiv des Bundesverbandes.

Schließlich wurde Reiner Lind eine besondere Ehre zuteil: Er darf sich fortan „Ehrenkonditormeister“ der Konditoren-Innung nennen. Der passionierte Konditormeister, der nun in den Ruhestand gehen wird, ist in der Berufsbildenden Schule (EHS) in Trier seit 31 Jahren als Fachlehrer für die Konditorenklassen zuständig. Reiner Lind hat stets durch außerordentliches Engagement und den Einsatz für die Ausbildung der Lehrlinge glänzen können.

 Alexander Zeitler, neuer Geschäftsführer (rechts) und Erwin Schmidt, Obermeister der Innung (links) freuen sich mit Reiner Lind über dessen Ernennung zum „Ehrenkonditormeister“

 

 


Foto u. Text: Dinah Schmidt