Dachdecker-Innung Boppard h├Ątte gern mehr junge Leute im Boot

Mit den Dachdeckern hoch hinaus 

Dachdecker-Innung Boppard hätte gern mehr junge Leute im Boot

 

 Den anderen aufs Dach steigen, dazu sind immer weniger junge Leute bereit. Wie überall im Handwerk gehen auch den Dachdeckern die Berufsnachfolger aus. Doch die Dachdecker-Innung Boppard will gegensteuern. Das machte sie auf ihrer Jahreshauptversammlung im Eisernen Ritter in Boppard-Weiler deutlich – eine kleine, aber feine Gemeinschaft, die zusammenhält. 

 Die Dachdecker-Innung Boppard hat ein ganz besonderes Rezept, um dem Mangel an Berufsnachwuchs entgegen zu wirken: Nicht nur, dass die Innung mit ihren 12 Vollmitgliedern durch eine besonders familiäre Atmosphäre punktet. Darüber hinaus werden Azubis als rares Gut auf besondere Weise unter die Fittiche genommen. 

 Das Team rund um Obermeister Kurt Reiner ist rührig, Lehrlingswarte sind Christian Wein sowie sein Stellvertreter Tobias Buch. Einmal im Jahr bietet ein Innungsmitglied in seinen Räumlichkeiten gemeinsam mit einem Hersteller einen Workshop für die jungen Leute an, um die Qualität der Ausbildung noch zu verbessern. Eine Aktion mit der befreundeten Zimmerer-Innung ermöglichte es den Azubis vor kurzem, den Staplerführerschein zu machen. Auch auf Messen und Märkten versucht die Innung, ihre Branche darzustellen. Und gern wird von manchem Betriebsinhaber auch mal das Lehrgeld aufgestockt, wenn die Arbeitsleistung stimmt. 

 „Die Suche nach Azubis wird jedes Jahr schwieriger“, so Kurt Reiner. „Dabei ist die Auftragslage sehr gut, der Beruf hat Zukunft.“ Sei es vor einigen Jahren in puncto Ausschreibung noch so gewesen, dass stets mit zehn, zwölf Mitbewerbern zu rechnen war, „werden wir heute von den Architekten angerufen: Geben Sie Ihr Angebot noch ab?“ 

 Deutlich wird das Engagement der Innung für junge Leute auch durch eine großzügige Spende: Das BBZ Mayen, das die Dachdecker in spe ausbildet, baut ein neues Wohnheim. Hier haben sich die Bopparder Dachdecker eingebracht - damit die Freizeitgestaltung umgesetzt werden kann. 

 Noch viele brancheninterne Themen mehr kamen im Rahmen der Jahreshauptversammlung auf den Tisch, etwa die zu hohen Lohnnebenkosten. Geschäftsführer Rolf Fuhrmann vom Landesinnungsverband der Dachdecker berichtete rund um die Entsorgungssituation in puncto Styropor und Asbest, es gab einen Fachvortrag des Herstellers Roto zum Thema Wohnraumfenster. „Wir sind gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft immer bemüht, unsere Innungsmitglieder umgehend über Neuigkeiten zu informieren“, so Kurt Reiner. Ob neues Bauvertragsrecht, Arbeitsschutz, Gefahrstoffe in Produkten, Diesel-Situation oder Notfallmanagement, wenn der Chef ausfällt: Zu allen Themen gibt es Vorträge und Seminare. Und damit auch der Wohlfühlfaktor nicht zu kurz kommt, komplettieren die Bopparder all dies durch familiäre Aktivitäten. Der jährliche Wandertag, ein verlängertes Wochenende auf Ibiza oder die liebevolle Gestaltung der Versammlungen durch ein künstlerisches Rahmenprogramm – das stärkt den Teamgeist. 

 Bei der Dachdecker-Innung Boppard wird der Innungsgedanke hochgehalten: „Wir sagen das nicht nur, wir leben das!“

   


Foto: Archiv