Mitglieder der Kfz-Innung Ahrweiler gut informiert

Zur jährlichen informativen Innungsversammlung begrüßte Obermeister Dirk Waldecker die anwesenden Mitglieder und Gäste der Kfz-Innung Ahrweiler, sowie die Referenten Anke Altmeyer von der HWK Koblenz und Andreas Gröhbühl vom Landesverband Rheinland-Pfalz.  

Obermeister Dirk Waldecker gab einen Rechenschaftsbericht der Aktivitäten und Veranstaltungen der Innung bekannt.  

Anke Altmeyer referierte über die betriebliche Gesundheitsförderung in der praktischen Umsetzung in KMU-Betrieben. Demografischer und technologischer Wandel beginnen das Handwerk als Wirtschaftszweig nachhaltig zu beeinflussen: Lehrstellen bleiben frei; hoch technisierte und anspruchsvolle Arbeitsplätze können nicht mit passenden Bewerbern besetzt werden; gleichzeitig verlangt der Fachkräftewettbewerb und die zunehmende Alterung der Belegschaften bei Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 67 Jahre Maßnahmen zur Bindung der Mitarbeiter und Reduzierung von Ausfallzeiten. Weiterhin ist das Projektziel, KMUs für ein besseres Zusammenwirken von Arbeitsschutz und Betrieblicher Gesundheitsförderung im Sinne des neuen Präventionsgesetzes zu motivieren und für die Notwendigkeit der Mitarbeiterbindung zu sensibilisieren.  

Eins der wichtigen Themen war der Diesel-Skandal und mögliche Fahrverbote.  

Andreas Gröhbühl, Pressesprecher des Kfz-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, sprach über ein Thema, das nicht nur Autofahrer, sondern auch alle Kfz-Unternehmen zurzeit sehr beschäftigt: den Diesel-Skandal. Auf viele Kfz-Betriebe kommen in nächster Zeit Diesel-Pkw als Leasing-Rückläufer zu, Fahrzeuge also, die nach Ende des Leasing-Vertrags an sie zurückgegeben werden. Das Problem: Diese Fahrzeuge wurden bei Vertragsschluss mit einem völlig anderen Preis bewertet, als sie heute aufgrund der Kaufzurückhaltung der Kunden tatsächlich noch wert sind. Auf diesen Kosten drohen die Betriebe sitzen zu bleiben. „Der Kfz-Landesverband

fordert die Hersteller auf, die Autofahrer und Händler für diesen Wertverlust zu entschädigen. Denn die Hersteller haben die Diesel-Krise zu verantworten“, sagte Gröhbühl. Außerdem forderte er die flächendeckende Hardware-Nachrüstung von Diesel-Pkw auf Kosten der Hersteller.

Zugleich zeigte er die politischen und rechtlichen Hintergründe auf, weshalb in manchen Regionen Diesel-Fahrverbote drohen. „In erster Linie entscheidet nicht die Politik über die Fahrverbote, sondern Gerichte“, erläuterte er. Ein nächstes wichtiges Urteil wird im März 2018 vom Bundesverwaltungsgericht erwartet.  

Die Lage habe sich aufgrund zweier Dinge zugespitzt. Zum einen stoßen Diesel-Fahrzeuge im Realbetrieb sehr viel mehr Stickoxid als auf dem Prüfstand, wo sie für den Markt zugelassen werden. Zum anderen aber ergreife die Politik erst jetzt die Maßnahmen zur Luftreinhaltung in Innenstädten – beispielweise die Umrüstung von Bussen und die Verflüssigung des Verkehrs, die bereits vor Jahren hätten ergriffen werden müssen. Dann nämlich wäre es gar nicht zu so vielen Gerichtsverfahren gekommen.