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Ausbildung zum Zimmerer erfolgreich beendet

Zimmerer-Innung Mittelrhein: 34 „Neue“ starten in den Beruf

 Die Zimmerer-Innung Mittelrhein freut sich über 34 Berufsstarter. Im Bauzentrum der Handwerkskammer Koblenz wurden die „Newcomer“ – darunter auch eine junge Dame - dieser Tage feierlich freigesprochen. In großer Runde gemeinsam mit Meistern, Lehrern, Verwandten und Freunden konnten die Gesellenbriefe entgegen genommen werden.

 Der schöne Brauch stammt aus dem Mittelalter: Schon damals wurden Gesellen zum Ende der Lehrzeit von ihren Lehrmeistern, zu deren Familienverband sie gehörten und die wie Väter über ihren Lernfortschritt wachten, losgesprochen, um sich einen eigenen Chef zu suchen. Gewöhnlich ging es dann auf die Walz. Die Wanderjahre sind heute zwar die Ausnahme geworden, aber es gibt sie noch, wie Axel Berges, Lehrer der Berufsbildenden Schule Gewerbe und Technik in Neuwied, zu berichten wusste. Meist sind es Dachdecker, Tischler, Maurer oder Zimmerer, die sich als Wandergesellen auf den Weg machen. So wie Christian Hess aus dem Westerwald. In Namibia ist der junge Mann hängen geblieben, gründete dort eine mittlerweile sehr erfolgreiche Zimmerei. Viele einheimische Mitarbeiter hat er beschäftigt, für die Hess die Aids-Medikamente bezahlt. Axel Berges hat den engagierten „Ehemaligen“ besucht und kam mit vielen eindrücklichen Fotos zurück, die er auf der Freisprechungsfeier präsentierte – ein schöner Motivationsschub für die neuen Gesellen, der zeigte, was ein solcher Berufsabschluss möglich macht.

 Auch Bilder der jetzigen Gesellenprüfung gab es zu sehen. Hier gewannen Eltern und Freunde einen Einblick, welche Leistung die ehemaligen Azubis erbracht haben. „Jetzt ist der Grundstein für Ihre berufliche Karriere gelegt“, freute sich Prüfungsvorsitzender Wolfgang Fuchs mit den jungen Leuten. Viele kleine Bräuche und der erfrischende Humor der Akteure würzten die Freisprechung: So gab es wieder den eigenen Loslösungs-Spruch der Zimmerer inklusive Sektglas-Bruch, denn Scherben bringen bekanntlich Glück. Die Gesellenstücke konnten bestaunt werden. Und auch die traditionelle Tracht der Zimmerer mit schwarzem Hut, weißem Hemd und Weste mit acht Perlmuttknöpfen als Symbol für den Acht-Stunden-Arbeitstag wurde selbstverständlich präsentiert.

 Dass das Handwerk und insbesondere die Innungen noch immer gern die Verantwortung für die Ausbildung des Berufsnachwuchses übernehmen, betonte Rudolf Liesenfeld, Obermeister der Zimmerer-Innung Mittelrhein: „Unser Dank gilt allen, die unsere Jugendlichen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz nicht im Regen stehen lassen.“ Einige der jungen Leute haben die Prüfung sogar „mit Bravour“ bestehen können. Als Prüfungsbeste besonders stolz auf sich sein können Peter Gimmnich (Anton Rosenbaum, Mayen), Maximilian Friedrich (Holzbau Fuhrmann, Miehlen) und auf dem ersten Platz Hannes Caspar (Stefan Engelmann, Bell).


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