Eine Innung die zusammenschwei├čt

Metallhandwerker-Innung Mayen hat mit Karl Grieger neuen Obermeister

Vor wichtigen Zusammenkünften wird schon mal die bronzene Innungsglocke geläutet. Die Metallhandwerker der Innung Mayen nennen das klangvolle Prachtstück ihr Eigen. Betätigt wird es zukünftig von Karl Maria Grieger, denn er ist der neue Obermeister. Gewählt wurde der Mann aus Andernach auf der jüngsten Jahreshauptversammlung im Hotel „Zur Post" in Welling.

  Die Metallhandwerker-Innung Mayen weiter zusammenzuschweißen, das hat sich die Gemeinschaft auf die Fahne geschrieben. Seit er 1998 als Obermeister gewählt wurde, war Paul-Friedrich Blum bemüht, den Teamgeist zu stärken. Eine Tradition, die sein Nachfolger Karl Maria Grieger nun fortsetzen wird. „Die Mitgliederwerbung ist mir wichtig", sagt der neue Obermeister. „Ich möchte, dass die Menschen wissen, dass sich die Mitgliedschaft in der Innung lohnt. Wir haben hier bei uns eine tolle Atmosphäre."

  26 Vollbetriebe vereint die Gemeinschaft. Und dabei sein lohnt sich. Ob Hilfestellung bei der Betriebseröffnung oder -auflösung, Rechtsberatung, die Bildung von Einkaufsgemeinschaften oder Ideenaustausch: Nur als Team lässt sich ein tragfähiges Netz knüpfen. „Von den Kontakten kann man nur profitieren", ist Grieger überzeugt. „Wenn wir zum Beispiel für unsere Bauschlosserei Bleche benötigen, fragen wir einfach den Kollegen."

  „Wir vertreten die Interessen der Arbeitgeber nicht nur regional, sondern auch in den Landes­und Bundesverbänden, die sich zum Beispiel für die Ausarbeitung von Tarifverträgen verantwortlich zeichnen", so Helmut Weiler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (KH) Mittelrhein, die den hiesigen Innungen vorsteht.

  Gern erinnert sich Paul-Friedrich Blum an seine Amtszeit als Obermeister zurück. 1884 bereits wurde die Schlosserei Blum in Thür von seinem Großvater gegründet. Heute wird der Betrieb in der vierten Generation geführt. Sohn Erik, ebenfalls Metallbaumeister, hat das Unternehmen übernommen. Zehn Jahre lang war Paul-Friedrich Blum als Kassenprüfer der Innung tätig, dann als stellvertretender Obermeister, schließlich knapp 20 Jahre lang als Obermeister. Zudem ist er Delegierter der KH und des Landesinnungsverbandes RLP. Zahlreiche Ehrungen hat Paul-Friedrich Blum bereits erhalten, die Goldene Ehrennadel des Landes etwa, der Handwerkskammer Koblenz und des Bundesverbandes Metall. Nun stand eine neue Anerkennung für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement auf dem Plan: Paul-Friedrich Blum ist zum Ehrenobermeister der Metallhandwerker-Innung Mayen ernannt worden.

  Auf seine Initiative hin wurde der „Herrenabend" ins Leben gerufen, der einmal im Jahr stattfindet. Daneben gab es viele gemeinsame Ausflüge - nach Paris, in die Semperoper nach Dresden, nach Luxemburg, Amsterdam oder ins Münsterland zum Beispiel.

  Zur Ausbildungssituation befragt, äußern sich der alte und der neue Obermeister verhalten optimistisch: „Noch geht es." Allerdings: Habe man vor zwanzig Jahren noch unter 100 Bewerbern aussuchen können, bekomme er heute auf Nachfrage beim Arbeitsamt zehn Bewerbungen, von denen er fünf mangels Eignung gleich wieder aussortieren könne, so Grieger. Dabei sei die Auftragslage rosig. „So viele Aufträge wie heute hatte ich mein Leben lang nicht", schildert Blum.

  Bleibt also die Aufgabe, den jungen Leuten das Metallhandwerk ans Herz zu legen. Täglich Brot im Schlossereibetrieb des neuen Obermeisters ist die Reparatur von Fenstern, Türen und Geländern. Darüber hinaus aber gibt es ungewöhnliche Aufträge, eine Skulptur etwa für den Kölner Skulpturenpark. Ähnliches weiß auch Paul-Friedrich Blum zu berichten: So galt es einmal, 240 stählerne Bilderrahmen für einen Künstler zu fertigen oder auch die Türen für den Präsidentenpalast von Usbekistan in Taschkent. Karl Grieger und Paul-Friedrich Blum sind überzeugt: „Unser Beruf ist sehr vielseitig, das ist das Schöne daran."