Neuer Obermeister unisono gew├Ąhlt

Vom Zupfinstrumentenmacher bis zum Gitarrenbaumeister: 12 Mitglieder hat die Innung heute. Gerne hat Siegfried Thilemann der Gemeinschaft vorgestanden und sie mit Aktionen wie Ausstellungen oder der Beteiligung an Messen beherzt nach vorne gebracht. Die Handwerksmesse, ein Konzert zur Museumsnacht oder die Galerie Handwerk mit „Im Handwerk ist Musik“ und „Töne – Klänge- Schwingungen“ sind nur einige Beispiele von vielen Aktivitäten. „Wir haben tolle Berufe. Damit wollte ich nach außen gehen“. Daneben hatte er immer wieder Einsätze in seiner Funktion als Sachverständiger.  Anfang diesen Jahres erhielt Siegfried Thilemann von der Handwerkskammer eine seltene Auszeichnung: Die Goldene Ehrennadel mit Brillant für mehr als 30-jährige ehrenamtliche Tätigkeit. „30 Jahre Obermeister, das ist eine Stabilität, die ihresgleichen sucht“, freute sich denn auch Karlheinz Gaschler, Hauptgeschäftsführer der KH Mittelrhein.

 Klar, dass der Innung bei so viel Einsatz die Verabschiedung nicht leicht fiel. Gerwin Rodewald am Fagott, Jörg Tandler an der E-Gitarre und Fritz Rössel stimmgewaltig am digitalen Klavier, das klang ebenso originell wie professionell und sorgte für die ein oder andere Träne im Auge. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, brachte es Siegfried Thilemann dann auch auf den Punkt, als er den Platz für seinen Nachfolger räumte. 

 Qualitativ Hochwertiges, was in langjähriger Tradition perfektioniert wurde und sich bewährt hat, in Ehren halten: Das gilt für Peter Körner für die Innungsarbeit wie für den Instrumentenbau. Der Meister aus Mainz hat sich auf die Reparatur von Geigen, Bratschen und Celli spezialisiert sowie auf das Restaurieren alter Meisterinstrumente. Eine Geige von Nicolò Amati (1596 bis 1684), dem Lehrer Antonio Stradivaris, wird neben vielen anderen altehrwürdigen und kostbaren Instrumenten momentan wieder zum Klingen gebracht. Auch sehr knifflige Fälle kommen vor: So wurde ihm einst ein Schuhkarton mit Kleinteilen überreicht mit dem Auftrag, daraus wieder eine Violine zusammenzubauen. Der Besitzer war auf Eis ausgerutscht und mit dem Knie auf sein geliebtes Musikinstrument aus dem Jahre 1760 gestürzt. „Da gibt es nur eins: Erst mal alles auf einem weißen Tuch ausbreiten und puzzeln“, lacht der Meister.

 Viele einzelne Ansichten und Ideen zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen, das wird auch seine Innungsarbeit ausmachen. „Ich möchte unseren Zusammenschluss fördern, das steht für mich ganz oben auf der Wunschliste“, sagt Peter Körner. „Ich fände es z.B. sehr schön, wenn jeder, der die Möglichkeit hat, einmal seine Werkstatt vorstellen würde“. Der schnelle Zugriff auf die neuesten Informationen, die politische Stimme einer starken Gemeinschaft, der Rechtsbeistand durch die Experten der KH und die Qualitätssicherung durch das Hochhalten des Meisterbriefs, darin sieht der neue Obermeister die größten Vorteile einer Innung.