Sorgfalt getestet - Traditionelle StollenprĂĽfung

Bäckerinnung Rhein-Mosel-Eifel: IQ Back prüfte Qualität von Christstollen Einmal mehr erfreute der traditionelle Stollentest auf dem Koblenzer Weihnachtsmarkt die Gemüter. Für die Veranstalter IQ Back und die Bäckerinnung Rhein-Mosel-Eifel besonders schön zu sehen: Schon gleich nach der Eröffnung der kleinen Bühne an der Liebfrauenkirche kamen erste Menschentrauben, um die dargebotenen Leckereien zu probieren, die Bäckermeister zu befragen und dem Experten Karl-Ernst Schmalz bei der kritischen Verkostung über die Schulter zu schauen. „Der Herr ganz vorne ist in jedem Jahr mit Begeisterung dabei. Ich glaube, er frühstückt gar nicht erst“, lacht Obermeister Frank Klein. Kein Wunder. Schließlich locken leckere Häppchen: 22 Stollen vom klassischen Christstollen über Mohn- und Rieslinggebäck bis zum Stollen à la Hildegard von Bingen mit Einkorn, Emmer und Dinkel. Darüber hinaus testete Karl-Ernst Schmalz ein Früchtebrot und 15 Sorten Plätzchen wie Zimtsterne, Cantuccini oder Butterspritzgebäck. Sein erster Eindruck zu Beginn des freiwilligen Tests: „Ich freue mich drauf, es sind supersaftige Stollen dabei.“ Allein die hiesige Innung Rhein-Mosel-Eifel hat 42 Mitglieder. Knapp 80 Innungen betreut der Experte von IQ Back, dem Institut für Qualitätssicherung von Backwaren, bundesweit. Das bedeutet für den erfahrenen Brottester: Von Oktober bis Weihnachten steht tägliches Stollenprobieren auf dem Plan. 30 an einem Tag sind allerdings genug, schildert er. Trotz ständigen Spülens mit leichtem schwarzen Tee ist dann die Grenze erreicht. Sind noch zu testende Gebäcke übrig, nimmt sie Karl-Ernst Schmalz kurzerhand mit nach Hause und testet am nächsten Tag dort weiter. Die zu bewertenden Kategorien sind Form, Struktur, Kruste, Geruch und Geschmack. „Stollen ist ein schwer herzustellendes Premiumgebäck“, so der Experte. „Bei der Zubereitung ist größte Sorgfalt gefragt.“ Nur wenn alles absolut perfekt ist, gibt es 100 Punkte und damit ein „sehr gut“, ein Punkt Abzug bedeutet bereits ein „gut“. Ist Weihnachten vorbei, geht es mit den Testungen weiter: Auch Brot und Brötchen werden vom passionierten Kritiker genauestens unter die Lupe genommen. Schließlich gilt es, die hohe Qualität zu erhalten und dies auch nach außen zu tragen. „Ich werde nach dem Test hier auf dem Weihnachtsmarkt von Kunden in meinem `Backstüffje` angesprochen, die die Stollen dann kaufen möchten“, sagt Klein. „Der Einsatz lohnt sich auf jeden Fall – und macht einfach Spaß.“ Fazit: Wer noch ein im doppelten Wortsinn geschmackvolles Weihnachtsgeschenk sucht, dürfte mit einem Stollen aus Meisterhand richtig liegen. Denn hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Testergebnisse sind wie immer unter www.brot-test.de nachzulesen – inklusive Adressen und Zufahrtsweg zur entsprechenden Bäckerei.

Foto: Archiv Freuen sich über die gelungenen Christstollen (v.l.n.r.): Frank Klein, Obermeister der Bäckerinnung Rhein-Mosel-Eifel, Tester Karl-Ernst Schmalz, Konditormeister Manfred Nalbach und Bäckermeister Jakob Roth.