E-Handwerke bieten attraktive Ausbildungspl├Ątze

Thema der Jahreshauptversammlung war der Fachkräftemangel. Auch bei der E-Familie, so Obermeister Marco Kraus, sei Einsatz gefragt: Weil Nachwuchssorgen plagen, sollen Arbeitsgruppen in die Schulen geschickt werden, um dort für den Beruf des Elektronikers zu werben, und zwar nicht nur in den Realschulen plus. Gezielt sollen auch Gymnasien aufgesucht werden. Den Elektronikern in Bayern brachte ein solches Vorgehen zehn Prozent mehr Azubis, so Kraus. Aber nicht nur das „Was“ zähle. Entscheidend sei das „Wie“. „Wenn wir im schwarzen Anzug auftauchen und den Schülern verkünden: `Jetzt erzählen wir euch mal was über das deutsche Elektro-Handwerk` dürfte das abschreckend wirken“, brachte es Christoph Hansen, Präsident des Fachverbandes Elektro- und Informationstechnik Hessen/ Rheinland-Pfalz, augenzwinkernd auf den Punkt. Sprich: Azubis mit Charisma, die sich und ihr Handwerk gut darstellen können, werden als Botschafter gebraucht und sollten gemeinsam mit Meistern in die Schulen entsandt werden.

Kündigen, wie geht das richtig? Die Mitglieder der hiesigen Elektroniker-Innung wissen mehr. Von der Rechtsexpertin Dr. Heike Thomas-Blex sensibilisiert, werden sie nunmehr in der Lage sein, Kardinalfehler zu vermeiden – ein Service von Innung und KH Mittelrhein, der im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Innung für Elektro-, Gebäude- und Informationstechnik Rhein-Mosel in Form eines lebendigen Vortrages geboten wurde.   

 Dr. Heike Thomas-Blex, Fachanwältin für Arbeitsrecht, weiß aus vielen Jahren Berufserfahrung genau, wo die Stolperfallen in puncto Kündigungsschreiben liegen. Wie erstelle ich das Schreiben korrekt, welche Kündigungsfrist gilt, wie übergebe ich das Ganze und viele Fragen mehr wurden beantwortet, damit im Fall des Falles keine böse Überraschungen aufkommen.

 Im Rahmen seines Rückblickes beleuchtete Kraus noch einmal die vielen Aktivitäten der Innung: Aktionen wie Sommerfest, Nacht der Technik oder Lehrlingsempfang kamen zur Sprache, aber auch die enge Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer vertreten durch Alexander Baden, Hauptgeschäftsführer. Nicht nur die duale Ausbildung sondern auch unlauterer Wettbewerb waren hier Themen.

 Lehrlingswart Hans Anspach, wie immer hoch engagiert, berichtete zum Thema Azubis. Die Innung trägt sich mit dem Gedanken zu beantragen, dass die Kosten für die überbetriebliche Ausbildung, die jeder ausbildende Betrieb zu zahlen hat, der Gerechtigkeit halber auf alle Betriebe umgelegt werden. Auch Karlheinz Gaschler, Hauptgeschäftsführer der KH Mittelrhein, unterstützte diesen Gedanken: „Es kann nicht sein, dass die, die ausbilden, noch bestraft werden.“


Foto: Juraschek

V.l.n.r.:

Lehrlingswart Hans Anspach, Obermeister Marco Kraus, Fachgruppenleiter Werner Hammes, Stellv. Obermeister Markus Caspers, Stellv. Obermeister Wilfried Müllen, Ehrenobermeister Gerhard Pretz, Rechtsanwältin Dr. Heike Thomas-Blex, Stellv. Obermeister Michael Saueressig, Geschäftsführer Karlheinz Gaschler, Präsident des FEHR Christoph Hansen