Keine Angst vor gro├čen Herausforderungen

Im Dienste des Handwerks an einem Strang ziehen: So lautet das Motto der Arbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften in Rheinland-Pfalz, Vorsitzender Detlef Börner. Übrigens nicht erst seit heute: Der Verbund rheinland-pfälzischer Kreishandwerkerschaften existiert bereits seit 1981 und hat sich seitdem nichts Geringeres auf die Fahnen geschrieben, als die Interessen der angeschlossenen Betriebe auf Landesebene zu vertreten und dem Handwerk mit einer starken Stimme entsprechendes Gehör zu verleihen. Ein Anspruch, der derzeit wichtiger denn je erscheint – sieht sich das Handwerk doch vor eine Reihe großer Herausforderungen gestellt. Um diese gemeinsam zu stemmen, freute sich Börner die Geschäftsführer und Kreishandwerksmeister (Vorsitzende) nun in Trier begrüßen zu können.

Auch Ulrich Mietschke, Präsident der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften in der Bundesrepublik Deutschland, reiste extra aus Schleswig-Holstein an, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Ein Detail mehr, was der Veranstaltung besonderes Gewicht verlieh. Mietschke schwor die Regionalvertreter auf die gemeinsamen Ziele ein, wozu u.a. der Erhalt des Meisterbriefs als höchstem Qualitätssiegel des Deutschen Handwerks, die Gleichstellung gewerblicher und akademischer Bildung sowie die tatkräftige Unterstützung der Politik in Sachen beruflicher Qualifizierung bzw. Beschäftigung von Flüchtlingen zählten.

Besonders letztgenannter Punkt wurde rege diskutiert. Dabei wurde vor allem eines klar: Das Handwerk möchte seinen Teil zur beruflichen Eingliederung von Asylanten leisten, was nicht zuletzt zwei aktuelle Umfragen der Kreishandwerkerschaften Trier-Saarburg und MEHR unter ihren Mitgliedsbetrieben belegen. Die Politik muss genau das aber auch zulassen und die entsprechenden Weichen stellen, wozu nicht zuletzt eine zeitnahe Erfassung eventuell bereits vorhandener handwerklicher Qualifikationen von Flüchtlingen sowie die Förderung entsprechender Deutschkenntnisse gehören.

Auf der Agenda der Tagung stand des Weiteren ein Bericht von Dipl.-Ing. Detlef Börner, dem Vorsitzenden der LAG RLP. „Wir blicken schon jetzt auf ein bewegtes Jahr zurück“, stellte Börner dabei fest. „Auf der einen Seite erwarten wir 2015 zwar insgesamt 2 Prozent mehr Umsatz als ursprünglich prognostiziert. Andererseits zahlen wir unseren Mitarbeitern aber nun auch 3 Prozent mehr Lohn“, erläuterte er. Die größten Herausforderungen – neben der Bewältigung der Flüchtlingskrise – sehe er momentan im gravierenden Fachkräftemangel sowie (je nach Region) in unzureichenden Infrastruktur- und Breitbandanschluss-Gegebenheiten. „In diesen Fragen dürfen wir keinesfalls nachlassen und müssen auch weiterhin den Finger in die Wunde legen, um entsprechendes Gehör zu finden“, konstatierte der Handwerks-Manager.

Gesprächsbedarf bestand außerdem bzgl. der Versorgungswerke des Handwerks. Dazu nahm Uwe Fleck Stellung, seines Zeichens Filialdirektor Koblenz beim langjährigen Versicherungspartner Signal Iduna. Quintessenz seiner Ausführungen war, sich künftig noch mehr darum zu bemühen, dem Handwerk auf regionaler Ebene kurze Kommunikationswege mit verbindlichen Gesprächspartnern zu garantieren.

Abgerundet wurde die Tagung durch den Vortrag Die perfekte Azubi-Auswahl – (k)eine Illusion?! des Referenten Klaus D. Wittkuhn von der Train GmbH, Bonn. Schließlich sollen offene Lehrstellen mit geeigneten Jugendlichen besetzt werden, damit das Handwerk auch langfristig über genügend qualifizierte Gesellen und Meister verfügt, ohne die kein Handwerksbetrieb auf Dauer Erfolg haben kann.

Die Finanzen wurden von Geschäftsführer Karlheinz Gaschler vorgelegt. Die Jahresrechnung und der Haushaltsplan wurden einstimmig auf den Weg gebracht.


Foto: Pressebüro JWS, Konz