Auf dem Weihnachtsmarkt war was gebacken

Es war was gebacken auf der kleinen Bühne vor der Liebfrauenkirche. 44 Leckereien wurden von zehn Bäckereien der Innung Rhein-Mosel-Eifel bei Karl-Ernst Schmalz eingereicht. Und viele Besucher kamen vorbei, um das leckere Stollen-Casting mitzuerleben, Infos von Backprofis zu hören und selbst zu probieren von den vielen leckeren süßen Häppchen. Tief durchatmen und entspannen lautete die Devise.

Allerdings nicht für Karl-Ernst Schmalz. Der Experte von IQ Back, dem Institut für Qualitätssicherung von Backwaren, hatte zu tun. Mit geschärften Sinnen bröselte, probierte, roch und begutachtete er jedes eingereichte Gebäckstück. Bester Laune, denn ihm gefiel, was er sah: „Hm, hier sind richtig gute Stollen dabei.“ Getestet wurde anonym, das Gebäck war lediglich mit Nummern versehen. Was ihn besonders begeisterte? „Ich habe einen sehr guten Eindruck. Neben der Tatsache, dass wir hier eine tolle Qualität haben, gefällt mir die Vielfalt“, so Schmalz. Im Oktober erst war den Innungsbäckern des Verbandes des Rheinischen Bäckerhandwerks, dem auch die hiesige regionale Innung angehört, ein besonderer Coup gelungen: der „Weltrekord der Stollenvielfalt.“  250 Bäcker in der typischen weißen Kluft präsentierten in Köln 308 unterschiedliche Stollen.

„Und hier in Koblenz sieht man die Vielfalt des Gebäcks allein in dieser Region“, zeigte sich Schmalz beeindruckt. Neben Genüssen wie Mandel-Amaretto-, Feige-Mandel-, Winter-, Mohn-, Nuss-, oder Quarkstollen waren auch Klassiker zu verkosten sowie Neuheiten wie der Hildegard-von-Bingen-Stollen. „Hier haben wir das Urgetreide Einkorn, Emmer und Dinkel drin, dazu noch in Calvados eingelegte Aprikosen und Äpfel und Walnüsse“, erklärt Frank Klein, Obermeister der Bäckerinnung Rhein-Mosel-Eifel. Ihn freut sie Möglichkeit, durch den Test und die ausgestellten Urkunden werbewirksam auf das Gebäck aufmerksam machen zu können. Darüber hinaus gibt es hilfreiche Tipps von Karl-Ernst Schmalz, etwa darüber, welche Beschaffenheit eine Marzipanfüllung haben muss, um gut mit dem Teig mitzugehen und keine Hohlräume zu hinterlassen.

Auch die erstmals vorgestellten Plätzchen wie Vanillekipferl, Spritzgebäck oder Zimtwaffeln kamen beim Experten sehr gut an. „Vielen Menschen fehlt heute die Zeit, um selbst zu backen“, haben die Bäcker festgestellt. „Wer trotzdem wirklich frische Ware haben will, greift nicht ins Supermarktregal, sondern kommt zu uns, die Nachfrage steigt.“

Am Ende gab es tolle Noten: 26 Mal ein „sehr gut“ und 16 Mal ein „gut“, zwei Gebäcke wurden nicht bewertet.

Wo es die ausgezeichneten Leckereien zu kaufen gibt und welches Gebäck welche Note erhalten hat, ist wie immer auf www.brot-test.de nachzulesen. 

Am Test beteiligt waren:

Bäckerei Alsbach, Koblenz
Bäckerei Andreas Pistono,
Bäckerei Bernhard Klein,
Bäckerei Kugel, Lahnstein
Café Becker, Alken
Die Lohners, Polch
Gregor Fuhrmann, Cochem
Jens Gassen, Koblenz
Kleins Backstüffje, Koblenz und die
Vollkornbäckerei Barth, Niederfell