Stra├čenbauer: Umweltauflagen f├╝hren zur Kostenexplosion

Durch immer höher werdende Umweltauflagen wird in Zukunft die Recyclingquote deutlich sinken. Zwar gelingt es der Bauwirtschaft und insbesondere dem Straßenbau, derzeit noch ca. 90 % der mineralischen Abfälle im Kreislauf zu halten, doch ist eine sinkende Akzeptanz von Recyclingbaustoffen wegen der höheren Umweltauflagen festzustellen. Es kann nicht sein, so Obermeister Wolfgang Schulz, dass nach wie vor im Zuge von Baumaßnahmen gelöste Böden als Abfall gewertet werden, sofern sie nicht wieder auf der gleichen Baustelle eingebaut werden können. Damit müssen Böden mit hohem Kostenaufwand auf Umweltschadstoffe untersucht werden, obwohl völlig saubere Böden heute kaum noch anzutreffen sind. Da sich aber der entsprechende Deponieraum verknappt, befürchten die Betriebe des Straßenbauer-Handwerks Entsorgungsengpässe und deutliche Preissprünge. Durch die Verteuerung von rund 10 Euro je Tonne ergeben sich enorme Mehrkosten auf Rheinland-Pfalz gerechnet. Hier entstehen Zusatzkosten in vielen Millionen Euro Höhe. Ein Umdenken ist hier dringend erforderlich, so Obermeister Wolfang Schulz im Rahmen der Jahreshauptversammlung, die auf der Festung Ehrenbreitstein stattfand.

Als Gastredner war Staatssekretär Günter Kern geladen. Die für die Straßenbauer wichtigste Info im Rahmen seines Vortrages „Entwicklung der Infrastruktur im nördlichen Rheinland-Pfalz“: Ein Teil der zusätzlichen Bundesmittel für RLP soll auf jeden Fall in den Straßenbau fließen. Das Land verfüge über 7500 Brücken, ein Viertel davon in problematischem Zustand, sowie über 18 000 km Straßennetz. Hier berichtete Kern von Prioritätenlisten, die im Anschluss an die Zustandsbewertungen der Bauwerke und Straßen erstellt werden. Sätze wie „Es wird auch in Zukunft Finanzierungsmöglichkeiten für die Mittelständler geben“ und „Wir werden steigende Bundesmittel für den Straßenbau bekommen“ wurden von der Innung gerne gehört. 400 Millionen Euro mehr als geplant wird der Bund des Weiteren in die bundesweite Brücken-Sanierung stecken, auch RLP soll hiervon profitieren.

Weitere Themen, die Wolfgang Schulz auf den Tisch brachte: Wichtig für die Auftragsplanung der Straßenbauer seien rechtzeitige Ausschreibungen, die leider nicht die Regel darstellten. Zudem bräuchten „die hiesigen Gruben Möglichkeiten, die Böden wieder anzunehmen.“ Nur so könnten lange Transportwege bis nach Nordrhein-Westfalen vermieden werden. Weiter gelte es dringend, das Berufsbild des Straßenbauers zu modernisieren und die Ausbildung fachlich zu überarbeiten.

Wieder hatte die Kreishandwerkerschaft Mittelrhein ein Servicepaket geschnürt. Über „Aktuelles aus dem Baugewerbe“ berichtete Norbert Dreisigacker, Geschäftsführer des Baugewerbeverbandes RLP. Hier gab es für die Innungsmitglieder zahlreiche Anregungen, z.B. wie junge Leute für den Betrieb gewonnen werden können oder welche neuen Vorschriften zum Thema Arbeitssicherung zu beachten sind. Abgerundet wurde die Jahreshauptversammlung durch eine Führung mit dem „Ewigen Soldaten“, der die Innungsmitglieder mit einer Reise in längst vergangene Zeiten innerhalb der trutzigen Mauern der Festung zu begeistern wusste.   

 


Foto: Juraschek

Obermeister Wolfgang Schulz konnte Staatssekretär Günter Kern zur Straßenbauer-Versammlung begrüßen.