Qualit├Ąt von Ware aus dem Internet oft nicht einzusch├Ątzen

Lebhafte Jahreshauptversammlung der Installateur- und Heizungsbauer-Innung Mittelrhein/ Mosel

Die Tücken des Internets, Maßnahmen, wie Nachwuchskräfte ins Boot geholt werden können und Tipps, wie sich der undurchsichtige Verwaltungsaufwand, den das Europäische Recht in puncto Minijob und Mindestlohn mit sich bringt, besser in den Griff kriegen lässt: Das waren nur einige von vielen Punkten, die in der Jahreshauptversammlung der Installateur- und Heizungsbauer-Innung Mittelrhein/ Mosel auf den Tisch kamen. Im Moselhotel Hähn in Koblenz-Güls trafen sich die rührigen Handwerksunternehmer, um unter der Moderation von Obermeister Friedhelm Schmitz zu diskutieren. Wie immer waren darüber hinaus hilfreiche Vorträge von Experten zu hören, die im beruflichen Alltag weiterhelfen können.

 „Niemand kommt mit einem Steak ins Restaurant und bittet den Koch, es schön durchzubraten“, brachte Manfred Kries, stellvertretender Obermeister, die Internet-Problematik auf den Punkt, mit der sich immer mehr Handwerker konfrontiert sehen. Die Kunden kaufen ihre Ware im Internet, hätten sie dann aber gerne vom Fachmann vor Ort installiert und wundern sich, wenn dieser verhalten reagiert. Was viele Verbraucher nicht wissen: Laut europäischem Gesetz ist derjenige, der installiert, in der Haftung. Kein Wunder also, dass viele Installateure hier nicht Hand anlegen wollen. Denn allzu oft ist billige Ware aus dem Netz auch von minderer Qualität, warnen Friedhelm Schmitz und Manfred Kries. „Ich sage immer: Wenn Sie gesund bleiben wollen und alles funktionieren soll, sollten Sie von Internet-Käufen absehen“, so Kries, der im Rahmen seiner Tätigkeit als Sachverständiger bei der SHK-Schiedsstelle „schon einiges“ erlebt hat: „Zum Beispiel schwarze Fäden, die aus dem Duschkopf herausquellen. Wir können eben nicht wissen, unter welchen hygienischen Bedingungen Ware, die im Internet gekauft wurde, produziert wurde.“

 An garantiert hochwertiger Qualitätsware erfreuen dagegen können sich alle Gewinner einer besonderen Aktion, die die Innung jetzt gemeinsam mit dem Löhr-Center, der Firma Eugen König und Antenne Koblenz startete: Noch bis Ende März steht samstäglich die „Glücksdusche“ im Löhr-Center zum Spiel bereit. Wer in der Kabine möglichst viele Bälle fangen kann, darf sich als Tages- oder Gesamtsieger Sachpreise aus dem Bereich Bad und Sanitär aussuchen – im Preis inbegriffen ist die Installation durch einen Fachbetrieb der Innung.

 „Die Aktion mit der gleichzeitig stattfindenden Ausstellung ist auch geeignet, um noch einmal auf unseren Beruf aufmerksam zu machen“, so Schmitz. Denn nach wie vor werden Nachwuchskräfte gebraucht. Was noch nicht ausreichend bekannt ist: Das Berufsbild hat sich verändert. Mit der Energiewende kommen vielseitige und neue Aufgabenbereiche hinzu, zum Beispiel rund um die per PC bzw. Smartphone zu steuernden Heizungsanlagen im intelligent vernetzten „smart home“. „Zudem haben wir das Lehrlingsgehalt von 305 auf 520 Euro erhöht“, so Schmitz weiter. Und: „Wer sich bei uns einsetzt, wird garantiert keine Arbeitslosigkeit kennen.“

 Für mehr Durchblick im Verwaltungsdschungel sorgte Rechtsanwalt Christian Thieme-Garmann. Er hielt im Rahmen der Jahreshauptversammlung einen hilfreichen Vortrag zum Thema Minijob, Mindestlohngesetz und Aufzeichnungspflichten. Sein Tipp: „So viel wie möglich dokumentieren“, dann ist der Arbeitgeber auf der sicheren Seite.

Für den Bereich Ausbildung und Gesellenprüfungen berichtete Vorsitzender Patrick Schmitz, dass die Fertigkeiten und Kenntnisse der Prüflinge zu wünschen lassen und lediglich knapp 70% die Prüfung bestehe. In Sachen guter Fachkräfte gilt es hier gegen zu steuern. Insgesamt habe die Innung derzeit 157 Auszubildende in den 4 Lehrjahren, so Schmitz.

Tarifentwicklung, Mindestlohn, Wettbewerbssituation und Öffentlichkeitsarbeit waren Themen von Landesinnungsmeister Helmut Gosert. Der technische Fortschritt erfordere eine regelmäßige Weiterbildung der Meisterbetriebe, die der Fachverband verstärkt anbietet.


Foto: Juraschek

Eine besondere Ehre schließlich erfuhr Norbert Oster aus Urmitz. Er erhielt den Silbernen Meisterbrief.

v.l.n.r.: Geschäftsführer Karlheinz Gaschler, Obermeister Friedhelm Schmitz, Landesinnungsmeister Helmut Gosert, stellv. Obermeister Hans Peter Dohr, Norbert Oster, stellv. Obermeister Manfred Kries