Pr├╝flinge im Kfz-Handwerk gaben Gas

Wie immer war es ein berührender Moment, als sich die neuen Gesellen von ihren Plätzen erhoben und nach altem Brauch offiziell aus drei Jahren Ausbildungszeit entlassen wurden. „Wir erleben hier den ersten Karriereschritt von jungen Menschen, die den größten Teil ihres Lebens noch vor sich haben“, so der stellvertretende Obermeister und Präsident des Landesverbandes RLP, Hans-Werner Norren, in seiner Ansprache. „Die Zeit der Ausbildung mag vorbei sein, die Zeit des Lernens nicht.“

Er verwies auf die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten: „Zeigen Sie, dass Sie was auf dem Kasten haben, und vergessen Sie die Innung nicht.“ Sie biete Handlungsleitfäden, die im beruflichen Alltag weiterbringen und verhelfe zum Wissensvorsprung gegenüber jenen, die nicht auf ein solches soziales Netz zurückgreifen. Erneut habe sich das „Koblenzer Modell“ als Erfolgskonzept erwiesen. Die Kfz-Innung Mittelrhein organisiert die Gesellenprüfungen an 14 Prüfstationen innerhalb echter Werkstätten an tatsächlichen Kundenfahrzeugen und dies innerhalb eines Tages. Ein Kraftakt für alle Beteiligten. So galt Norrens ausdrücklicher Dank neben den Ausbildungsbetrieben auch den über 80 ehrenamtlichen Prüfern der Innung. 

Karlheinz Gaschler, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein vertrat Vizepräsident Mark Scherhag. Er regte an, den derzeitigen Akademisierungswahn kritisch zu hinterfragen. Während zahlreiche Studenten im universitären Massenbetrieb unterzugehen drohen, werden im Handwerk vielfach Fachkräfte gesucht. Hier sind Arbeitsplätze zu besetzen von jungen Leuten mit Geschick, Kreativität, Köpfchen und viel Erfahrung. Denn nur die jahrelange „Programmierung“ der Hand zeichne den erfolgreichen Handwerker aus. 

Joachim Denis sprach das Grußwort für das Team der Koblenzer Berufsbildenden Schule Technik, Carl-Benz: „Die Ergebnisse in den Prüfungen sind hervorragend. Ich danke für so aufgeschlossene junge Menschen.“

Der Prüfungsvorsitzende Siegfried Blüml stärkte den jungen Gesellen den Rücken und machte ihnen Mut, mit Stolz ihren Platz in der Gesellschaft zu suchen. Ausdrücklich lobte er die geringe Durchfaller-Quote des jetzigen Jahrganges.

Gekonnt musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von zwei Gitarristen: Stephan Püschel und Philipp Greie begeisterten mit rockigen Klängen.

115 Prüflinge nahmen an der Gesellenprüfung zum Kfz-Mechatroniker im Winter 2014/ 2015 teil, 108 bestanden. Im Einzelnen waren es 84 im Bereich PKW-Technik, 22 in der Nutzfahrzeugtechnik und 2 Kommunikationstechniker. Prüfungsbester in der PKW-Technik ist Nico Keßler (Audi Zentrum Koblenz), dicht gefolgt von Tino Kloth (Premium Automobile, Koblenz) und Philipp Unstedde (Autohaus Newel, Cochem). In der LKW-Technik glänzten Nico Michels (Jungbluth Nutzfahrzeuge, Plaidt) auf dem ersten und Marc Hoffmann (MAN Truck & Bus Deutschland, Koblenz) auf dem zweiten Platz.