Landrat setzt Dialog mit regionalem Handwerk fort

Zahlreiche Vertreter/-innen der Handwerksinnungen nahmen die Einladung des Kreischefs zu einem „Runden Tisch“ an und diskutierten im Kreishaus über die zukünftigen Herausforderungen im Landkreis Cochem-Zell und mögliche Anknüpfungspunkte für das regionale Handwerk.                               

Landrat Schnur betonte gleich zu Beginn „Ich führe gerne den engen Dialolg und die gute Zusam­menarbeit mit Ihnen weiter. Wir stehen vor großen Herausforderungen, beispielsweise der Integration von Flüchtlingen, die wir nur gemeinsam meistern können“. Besonders freute er sich über die Teilnahme des neuen Präsidenten der Handwerkskammer Koblenz, Kurt Krautscheid. „Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Amt und wünsche Ihnen viel Erfolg. Sie haben ein wichtiges Amt inne. Das Handwerk gehört zu den Stützen der Wirtschaft und größten Ausbildern in unserem Landkreis“, sagte Schnur.

Handwerkspräsident Krautscheid hatte die Einladung gerne angenommen. „Ich lege großen Wert darauf, dass die Handwerkskammer nicht nur zentral in Koblenz, sondern gleichermaßen in der Fläche präsent ist. Hierzu zählt auch das Gespräch und der Austausch mit der Kommunalpolitik. Wir haben immer ein offenes Büro für Sie“, so Krautscheid, der die Anwesenden zu einer offenen Diskussion einlud.

Auch Kreishandwerksmeister Angsten lobte den guten Dialog und die Offenheit, sich gemeinsam Fragen zu stellen und Probleme anzugehen.

Landrat Schnur sprach aktuelle Themen / Projekte an. Er informierte über die flächendeckende Breit­bandversorgung ab Sommer 2015, das neue GRW-Förderprogramm und die „Zukunftsallianz Cochem-Zell“ (ZaC). Das Handwerk gehöre hier von Beginn an zu den Initiatoren und ist über die Handwerkskammer und den Kreishandwerksmeister auch in der Steuerungsgruppe präsent.

Zentrales Thema des Abends war die „Fachkräftesicherung“. Man diskutierte gemeinsam über die Chance, Fachkräfte aus dem Bereich der Flüchtlinge zu gewinnen. Landrat Schnur informierte über die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle bei der Kreisverwaltung, die zur Unterstützung der ehrenamtlichen Aktivitäten auf Ebene der Verbandsgemeinden eingerichtet wurde. Neben der Sprache sei auch die berufliche Integration eine Hauptaufgabe.

Handwerkspräsident Krautscheid sieht ebenfalls ein Fachkräftepotenzial im Bereich der Flüchtlinge und forderte in diesem Zusammenhang die sofortige Erfassung der Fähigkeiten bereits in den Auffanglagern. Weiterhin müssten die Flüchtlinge auch die Gelegenheit haben, eine dreijährige Ausbildung auch zu Ende zu bringen. In diesem Zusammenhang könne auch das sog. „Welcome-Center“ eine wichtige Unterstützung sein.

Neben der Zuwanderung werden im Bereich der Ausbildung und der Zusammenarbeit mit den Schulen noch Potenziale gesehen. Laut Krautscheid muss der Stellenwert des Handwerks verbessert und Ausbildung qualitativ aufgewertet werden. Das Angebot von Auslandsaufenthalten könnte hier ein Ansatz sein. Auch die neue „ZaC“ könnte gewinnbringend genutzt werden.

Der nächste „Runde Tisch“ soll sich insbesondere mit dem Thema „Schulen / Ausbildung“ beschäftigen. Hierzu will man auch die Schulleitungen der allgemeinbildenden Schulen und der Berufsschule Cochem einladen.