Freisprechung Maler: Junge Leute bekennen Farbe

Innung „Farbe Gestaltung Bautenschutz Mittelrhein-Mosel-Eifel“ lud zur Freisprechungsfeier ein
Farbe bekennen, das ist ihr Ding. 13 Maler- und Lackierer sowie 2 Bauten- und Objektbeschichter konnten jetzt im Koblenzer Servicehaus Handwerk ihre Gesellenbriefe entgegennehmen - ihr wohlverdienter Lohn nach dreijähriger Ausbildung.
„Denn Lehrjahre sind leider keine Herrenjahre“, fasste Ulrich Bomm, stellv. Obermeister der Innung Farbe Gestaltung Bautenschutz Mittelrhein-Mosel-Eifel, die Erfahrung zusammen, die wohl alle Lehrlinge durchleben und die so viel mehr umfasst als das bloße Erlernen einer Handwerkskunst. „Ihr habt jetzt eine abgeschlossene Berufsausbildung“, so Bomm. „Vor allem aber habt ihr gelernt, dass in der Welt nicht immer alles so läuft wie man es sich vorstellt. Und dass ihr es schafft, für euch selbst Verantwortung zu übernehmen. Ihr könnt was!“
Worte, die auch die bei der feierlichen Freisprechung anwesenden Eltern berührten. „Ich bin total stolz“, strahlt Mario Kilbinger, Vater von Pascal, der sein Abschlusszeugnis erstmals in den Händen hält. Was dem jungen Mann am meisten Freude gemacht hat bei seiner Ausbildung? Der 19-jährige Pascal muss nicht lange überlegen: „Die Zusammenarbeit mit den Anderen und die familiäre Atmosphäre in meinem Ausbildungsbetrieb“, erzählt er. Darüber hinaus liebt er das Gestalten. Besondere Techniken etwa wie die Wickeltechnik für kreative Wandgestaltung haben es ihm angetan. Hierbei wird mit einem zusammengewickelten Ledertuch auf eine bestehende Grundfarbe schwungvoll eine zweite Farbschicht aufgebracht. Durch Tupfen oder Wischen entstehen individuelle Effekte.

Jahrgangsbeste ist Sarah Hiestermann, eine Künstlerin. „Das Feingefühl, das ich durch meine Kunst gewonnen habe, kann ich im Beruf einsetzen, Techniken aus dem Beruf wiederum einsetzen in meiner Kunst“, freut sie sich. Die 30-Jährige darf besonders stolz sein auf ihre Berufsausbildung. Denn leicht hatte sie es wahrlich nicht. Zwei kleine Töchter spielen die Hauptrolle in ihrem Leben. Und nach einem Jahr Berufsausbildung wurde die junge Frau von einem Schlaganfall gewaltsam aus dem Alltag gerissen. Aufgeben aber kam für Sarah Hiestermann nie in Frage. Mit starkem Willen kämpfte sie sich ins Leben zurück und stand schon nach wenigen Wochen wieder einsatzbereit im Ausbildungsbetrieb. Ihr Traum: „Vielleicht mache ich mich mal selbstständig mit dem Schwerpunkt kreative Feinarbeiten und Wandmalerei“, sagt sie. 
 
Auch Reinhard Backes, ehemaliger Klassenlehrer der angehenden Maler in der Berufsbildenden Schule Koblenz, machte in seiner Rede Mut, nicht stehen zu bleiben auf dem jetzt Erreichten. Herzliche Worte, in denen Wehmut mitschwang, fand er für seine Schützlinge: „Meine Kollegen und ich, alle haben gern bei euch unterrichtet.“ Als „Erfolgsmodell“ bezeichnete er den harmonischen Klassenverband. „Wir würden uns freuen, wenn wir in Zukunft noch mal solche Schüler hätten, wie ihr das ward.“
 

Foto: Juraschek