Kfz-Gesellen meistern technischen Fortschritt

Kfz-Innung Unterlahn würdigt in Freisprechungsfeier Leistungen des Nachwuchses – Marcel Braun ist der Prüfungsbeste

Einen ersten Schritt in die berufliche Zukunft bewältigt haben zwölf Auszubildende im Bereich Kfz-Mechatronik und eine Auszubildende im Bereich Servicemechanik, die von der Kfz-Innung Unterlahn betreut wurden. Sie wurden nach den bestandenen Prüfungen im Zuge der Freisprechungsfeier in den Stand der Junggesellen erhoben.

Innungsobermeister Fritz Tritsch begrüßte die jungen Menschen zusammen mit ihren Angehörigen, aber auch zahlreiche Meister und Chefs, die die Ausbildungsbetriebe vertraten. Der Vorsitzende der Prüfungskommission, Jürgen Rutkowski, überreichte die Zeugnisse. Fritz Tritsch betonte, wie aufwendig die Prüfung durch den technischen Fortschritt der Fahrzeugbranche mittlerweile sei. Man könne sich darum glücklich schätzen, dass die Berufsbildende Schule in Diez (NAOS) über eine derart moderne Ausrüstung verfüge.

Die meisten Auszubildenden hätten ihre Prüfung gut bestanden, auch die Mitbewertung der Zwischenprüfung habe sich bewährt. Marcel Braun hatte als Prüfungsbester die praktische Prüfung mit der Note sehr gut und insgesamt mit einem gut abschließen können. „In dreieinhalb Jahren haben Sie an einem soliden Fundament für ihre berufliche Zukunft gearbeitet“, so Fritz Tritsch.

Das habe frühes Aufstehen, abendliche Müdigkeit, Büffeln und Ranklotzen im Betrieb beinhaltet. Dennoch sei es für die jungen Menschen unumgänglich, beim Thema Ausbildung nun am Ball zu bleiben. Die meisten der Junggesellen werden von ihren Betrieben nicht übernommen, sondern müssen sich nun nach einem anderen Arbeitgeber umsehen oder eine erweiterte schulische Laufbahn einschlagen, wie Oberstudienrat Thomas Fischer in seiner Rede betonte.

Er hatte die Lehrlinge durch die Ausbildungszeit an der NAOS begleitet. Um Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben, seien nun Fort- und Weiterbildung nötig. Dazu brauche es aber auch Betriebe, die jungen Menschen die Chance für einen solchen Weg geben und damit die dringend benötigten Fachkräfte schaffen.

Die Technik, über die ein Auto mittlerweile verfügt, werde immer unvorstellbarer, wie Fritz Tritsch seinen Zuhörern erklärte. So werde es bereits in der nahen Zukunft Autos geben, die den Fahrer eigentlich überflüssig machten, da sie die Insassen mithilfe des Autopiloten ans Ziel bringen können. Mittlerweile rufen Fahrzeuge, die in einen Unfall verwickelt sind, schon selbstständig nach Hilfe, erkennen wenn der Fahrer reaktionsträge wird.

Auch das Thema Nachhaltigkeit werde in der Entwicklung eine große Rolle spielen. „Momentan setzen wir die meisten Hoffnungen in den elektrischen Antrieb“, so Tritsch. An diesem müsse aber noch gefeilt werden. Der Obermeister wünschte den Junggesellen Durchhaltevermögen und Mut auf ihren neuen Wegen.


Foto: Recktenwald