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Installateur- und Heizungsbauer brauchen besseres Image

 

Eine Pellets-Heizung möchte der erste Kunde, der andere hätte gern eine Solaranlage für seinen Strom, beim dritten gilt es, die Gasheizung zu warten, der vierte Kunde schließlich plant, seine Nasszelle aus den 70ern in eine barrierefreie Wellnessoase zu verwandeln. Damit all dies umgesetzt werden kann, gibt es das Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk, eine Berufsgruppe mit vielseitigem Wissen - Experten für Heizung und Bad, deren Aufgaben sich in Zeiten der Energiewende stets weiter und weiter auffächern.

 Hier gilt es, das Image anzupassen. Wie vielseitig das Berufsbild ist und wie gefragt die Fachkräfte sind, muss jungen Leuten dringend vermittelt werden, waren sich die Innungsmitglieder der Installateur- und Heizungsbauer-Innung Mittelrhein/ Mosel einig. Sie trafen sich jetzt im Moselhotel Hähn in Koblenz-Güls zur Jahreshauptversammlung.

 „Wir haben zu wenig Azubis“, schilderte Obermeister Friedhelm Schmitz. Anstatt der üblicherweise 40, gehen nur 23 Prüflinge dieser Tage an den Start, wusste Prüfungsvorsitzender Patrick Schmitz direkt von der Front zu berichten. Zudem sei die Durchfallquote angesichts knackiger Anforderungen recht hoch. Um den jungen Leuten Mut zu machen, werden den zukünftigen Anlagenmechanikern zusätzliche praktische Vorbereitungskurse angeboten. Damit wird die Prüfungssituation gezielt eingeübt.

 Mehrere Hebel müssten bewegt werden, um Abhilfe zu schaffen. Zwar verwies Helmut Gosert, Landesinnungsmeister des Fachverbandes Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Rheinland-Rheinhessen darauf, dass die Ausbildungsvergütung auf nunmehr 505 Euro im ersten Lehrjahr angehoben werde. Aber auch dies sei noch nicht genug, befanden viele Innungsmitglieder. Meister in die Schulen: Dies wäre eine Initiative, um die Vielseitigkeit des Berufsbildes bekannter zu machen, so Gosert. Vorbildcharakter habe hier ein Projekt der Kreishandwerkerschaft Trier. An Gymnasien und Realschulen plus werden Physik-AGs finanziell unterstützt, die sich mit erneuerbaren Energien beschäftigen und direkt mit den Meistern zusammenarbeiten.

Weiter könne eine Lehrerschulung von Berufsschullehrern im Schulungszentrum in Koblenz die Qualität der Ausbildung verbessern.

 106 Mitgliedsbetriebe hat die Installateur- und Heizungsbauer-Innung Mittelrhein/ Mosel, 250 sind insgesamt im Beritt beheimatet, 70 davon sind Ausbildungsbetriebe. Dass diese die Kosten für die überbetriebliche Ausbildung ihrer Azubis allein zu stemmen haben, sei schlicht unfair, so die einhellige Meinung. Diese Ausgaben müssten auf alle Betriebe umgelegt werden. Es bestehe dringender Handlungsbedarf seitens der zuständigen Gremien.

 Um den Firmen, die schon jetzt unter Fachkräftemangel leiden, qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stellen zu können, schilderte Landesinnungsmeister Helmut Gosert, werde der Fachverband zukünftig verstärkt Fachkräfte aus Polen heranziehen. Eine Informationsveranstaltung erfolgt in Kürze.

 Weiter wurde darauf hingewiesen, dass nur sechs der Mitgliedsbetriebe das Logo der Innung auf ihrer Homepage verwenden – obschon bereits viele Kunden auf das Zeichen achten.

 Auf weitere Aufgabenfelder verwies Manfred Kries, stellvertretender Obermeister. In vielen Kirchen befinden sich überalterte Heizungsanlagen. Manches Mal würden Heizkosten verschleudert für einen einzigen Heizkörper in der Sakristei. Auch in Kindergärten bestehe Handlungsbedarf. Hier könne über Vereine, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben, die Zusammenarbeit gesucht werden.

 Erfolge könne die Schiedsstelle der Innung verzeichnen, so Kries, „die bei den Kunden sehr gut ankommt“. In fast allen Fällen konnte eine außergerichtliche Einigung erzielt werden. Das Leben verändert sich auch hier durch die neuen Medien: So ist die Schiedsstelle etwa dann gefragt, wenn sich „blauäugige“ Kunden aus dem Internet einen Heizkessel bestellen, um ihn dann vom Handwerker vor Ort installieren zu lassen.

 Karlheinz Gaschler, Hauptgeschäftsführer der KHS Mittelrhein, freut sich über „das insgesamt gute Jahr“ der Innung und darüber, dass die Betriebszahlen nach wie vor „absolut stabil“ seien. Auch er verwies noch einmal auf die dringend notwendige Image-Aufwertung eines Berufsbildes, das sich drastisch verändert habe. Schließlich wurde über die Finanzsituation und den Haushaltsplan der Innung berichtet. Beides wurde ohne Gegenstimme gebilligt.


 Silberne Meisterbriefe für ihren langjährigen, engagierten Einsatz erhielten Heribert Becker, Hans-Josef Heimes, Karl Thunert, Helmut Oster, Jürgen Dreidoppel, Dietmar Hoffmann und Franz-Josef Möhlich.

Foto: Juraschek

V.l.n.r.:

Installateur- und Heizungsbauermeister Heribert Becker, Obermeister Friedhelm Schmitz, Landesinnungsmeister Helmut Gosert, Gas- und Wasserinstallateurmeister Karl Thunert, Hauptgeschäftsführer Karlheinz Gaschler

Nicht auf dem Bild: Gas- und Wasserinstallteurmeister Hans-Josef Heimes





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