Durchstarten in den Beruf

Nach dreieinhalb Jahren als Lehrlinge stiegen die Prüflinge der Berufsbildenden Schulen Andernach, Koblenz, Cochem und Lahnstein somit in den Gesellenstand auf.

 Eine beruflich sichere Zukunft dürfte ihnen gewiss sein, berichtete Innungsobermeister Mark Scherhag. Ein Großteil der Neu-Gesellen wird gleich vom Ausbildungsbetrieb übernommen. Beste Chancen auf einen Arbeitsplatz haben auch die übrigen.

 „Das ist ein Wandel, der sich bei uns vor zwei Jahren vollzogen hat“, freut sich auch Lehrer Michael Weber aus Koblenz. Er betreute 30 Schüler, darunter die einzige Schülerin, die sich auf den Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik spezialisiert hat. Konkret: 116 Prüfungsteilnehmer gab es insgesamt, 109 bestanden (im Vorjahr 96) – ein sehr gutes Ergebnis, wie das Prüfungsteam gern vermeldet. Unter den Prüflingen waren vier Frauen. Den Schwerpunkt Pkw-Technik meisterten 92 Teilnehmer, bei der Lkw- bzw. Nutzfahrzeug-Technik waren es 17.

 Voll besetzt präsentierte sich die Aula. Eltern, Freunde, Lehrer, Prüfer sowie Leiter und Mitarbeiter der Ausbildungsbetriebe zollten den jungen Fahrzeug-Experten ihre Anerkennung. „Sie werden nie bereuen, diese Ausbildung gemacht zu haben“, versicherte Mark Scherhag. Er legte den jungen Leuten ans Herz, sich weitere Ziele zu setzen wie zusätzliche Qualifikationen oder die Meisterprüfung. Zunächst stehe der „Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks“ an, an dem sich alle Kandidaten beteiligen können, die mindestens mit der Note „gut“ bestanden haben.

 Dank zollte er u.a. dem ehrenamtlichen Prüfungs-Team. Hier gibt es eine Besonderheit: Seit 2008 veranstaltet die Kfz-Innung Mittelrhein die Gesellenprüfung direkt in den Werkstätten von Mitgliedsbetrieben, und dies an einem einzigen Tag. Die Prüflinge arbeiten tatsächlich an Kundenfahrzeugen. Das sogenannte „Koblenzer Modell“ interessierte das Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung und das Bundesinstitut für Berufsbildung so sehr, dass beide Institutionen in diesem Jahr Vertreter an die Prüfstützpunkte entsandten.  

 Ebenso wie Mark Scherhag empfahl auch Rainer Probst, Leiter der Berufsbildenden Schule Technik/ Carl-Benz, den jungen Gesellen, sich weiterzubilden. Siegfried Blüml, Prüfungsvorsitzender des Gesellenprüfungs-Ausschusses, verwies auf die Wichtigkeit von Tugenden wie Freundlichkeit, „Biss“, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Liebe zum Detail, Ehrgeiz, Frustrationstoleranz und Fleiß.

 Schließlich wurden die Gesellenbriefe überreicht. Prüfungsbeste im Bereich Pkw-Technik sind Einser-Kandidat Malte Röwekamp (Löhr Sportfahrzeuge, Koblenz), Marc-Philipp Wilms (Günter Wölm, Mayen) und Marco Schüller (hanko Kraftfahrzeughandel, Andernach). Glänzen im Bereich Lkw-Technik konnten Florian Beise (Kevag Verkehrs-Service, Koblenz), René Erbar (Jungbluth Nutzfahrzeuge Service und Miet GmbH, Plaidt) und Moritz Ruppmann (Kevag Verkehrs-Service, Koblenz).