B├Ącker k├Ânnen mit Kompetenz Kunden gewinnen

Gute Werbung ist wichtig

Allen Grund zur Freude hatten die Bäcker, die sich im Miehlener Gasthaus „Zur Rose“ zu ihrer Innungsversammlung trafen. Gleich nach der Begrüßung durch Obermeister Heinz Kugel (Lahnstein) erhielten die erfolgreichen Teilnehmer der Brot- und Brötchenprüfung in Lahnstein ihre Urkunden.

Kugel freute sich, dass diese Prüfung ein so starkes öffentliches Interesse gefunden hatte. Viele Kommunalpolitiker und Landtagsabgeordnete waren unter den Gästen und staunten mit Brotprinzessin Andrea über das „überragende Ergebnis“. Teilgenommen hatten die Lahnsteiner Bäckerei Kugel, die Miehlener Bäckerei Scholl, Bernhard Bauer aus Singhofen, Ellen Paul aus Holzhausen, Jürgen Lieber aus Niederneisen, die Katzenelnbogener Landbäckerei Zorn, Mario Joch aus Nochern sowie Heinrich Walldorf aus Nievern.

„Heidis Backstube“ aus Lierschied, die sich regelmäßig an den Prüfungen beteiligt, erreichte dieses Mal mit ihren vier ausgestellten Proben Schwarzbrot, Vollkorn-Mischbrot, AOK-Brot und Bauernbrot die Note „sehr gut“. Anschließend überreichte Susanne Kosche vom Verband des Rheinischen Bäckerhandwerks dem Obermeister und seinem Stellvertreter Gerhard Zorn die „Goldene E(Ä)hre 2013“ des Landesverbandes.

Über „Chancen und Möglichkeiten von Kleinbetrieben“ berichtete Susanne Kosche dann viel Wissenswertes. Es gelte, besonders im Vergleich zu Supermärkten Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen und die fachspezifische Kompetenz werbewirksam einzusetzen. Wie Kundenbefragungen ergaben, stellt der Käufer den guten Geschmack und hochwertige Rohstoffe deutlich über den Preis. Hier könne der Bäcker deutlich punkten und zwar mit Kreationen, die im „08/15-Angebot“ der Märkte nicht zu finden seien. Es gelte, mit Spitzenprodukten zu werben, die die Discounter nicht anbieten könnten. Zu den weiteren Ratschlägen gehörte eine gute Mitarbeiterschulung, Wohlfühlatmosphäre im Verkaufsraum, Werbung mit Eyecatchern, Backkurse und Zusammenarbeit mit Werbefachleuten.

Melanie Petry von der Volksbank Rhein-Lahn hatte die Aufgabe übernommen, die Innungsmitglieder eingehend über SEPA zu informieren, den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr. in 32 Staaten, der die bisher unterschiedlichen 25 Zahlungsverkehrsverfahren im kommenden Jahr ablösen wird. Sie riet, frühzeitig auf IBAN und BIC umzustellen, nannte wichtige Termine und Verfahrensweisen und appellierte an alle: „Sprechen sie frühzeitig mit ihrer Bank.“

In seinem Rückblick sprach Obermeister Heinz Kugel erneut die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Fleischerinnung an, erinnerte an die gelungene Altmeisterfeier in Nassau, kritisierte die zurückliegende Freisprechungsfeier als „Massenabfertigung“, wies auf die Stollenprüfung in Koblenz hin und auf die Hygieneschulungen im Dezember. Am Sonntag, 12. Januar, treffe man sich dann zu einem gemeinsamen Innungsessen.

Da Kugel diesmal nicht zur Obermeistertagung fahren konnte, berichtete sein Stellvertreter Gerhard Zorn eingehend davon: Der Mittelstand werde nicht von den immensen Stromkosten entlastet, der Trend zur Regionalität sei steigend, der Brotverzehr nehme geringfügig zu und die hohe Zahl von Ausbildungsabbrüchen bereite zunehmend Sorgen, lauteten einige Anmerkungen in seinem Bericht an die Kollegen.

Auch Geschäftsführer Alexander Zeitler nannte die Sorgen um den Nachwuchs eine große Herausforderung. Seine von den Rechnungsprüfern vollinhaltlich bestätigte Jahresrechnung 2012 wurde einstimmig gebilligt.


Foto: KHS