ÔÇ×Aus alt mach neuÔÇť

 

Fliesenleger-Innung Mittelrhein feiert seine Nachwuchskräfte – Prüfungsfokus Sanierungsarbeiten

 

So genannte „Fliesendesigner“ gibt es viele, qualifizierte Fachkräfte allerdings sind im Fliesenlegehandwerk rar. Umso erfreulicher, dass die Fliesenleger-Innung Mittelrhein Anfang Juli neun Prüflinge in den Gesellenstand erheben und sechs frisch gebackene Meister in ihren Reihen begrüßen durfte. Die Feierstunde fand in stilvollem Ambiente im Blumenhof Koblenz statt.

Zur fachgerechten Verlegung von Fliesen gehört weitaus mehr als ein Händchen für Form und Ästhetik. Erfahrung im Umgang mit den unterschiedlichen Materialien, Kenntnisse in den verschiedenen Verlegetechniken, genaues Arbeiten und Sicherheit im Umgang mit Schneidegeräten und -maschinen sowie Mörteln und Klebemischungen aber auch umfassendes Know-how rund um Wärme-, Schall- und Feuchteschutz, Normen und Gesetzgebung sind unabdingbar. Für Stephan Bongartz, stellvertretender Obermeister der Fliesenleger-Innung Mittelrhein, Grund genug vom „Fliesen- und Natursteintechniker“ zu sprechen.

„Angesichts der erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten, die für den fachgerechten Umgang mit Fliesen erforderlich sind, ist die Berufsbezeichnung Fliesenleger mehr als überholt“, findet er. In seiner Festansprache gab er zu bedenken, dass von den rund 60.000 Betrieben, die hierzulande Fliesenlegearbeiten ausführen, nur rund 10.000 Meisterbetriebe sind. „Seit Anfang des Jahres 2004 kann sich bekanntlich jeder, der sich dazu berufen fühlt, Fliesendesigner nennen und unser Handwerk auch ohne jegliche Vorbildung ausüben“, ergänzte er. Eine Entwicklung, die aus vielerlei Hinsicht bedenklich sei. Vor allem, weil es dadurch an Baustellen immer häufiger zu Schäden und Mängelnkomme. „Kunden, die eine fachlich einwandfreie Leistung erwarten, sollten auf jeden Fall einen professionellen Fliesenlegerbetrieb beauftragen“, riet er.

Auch für Frank Runnebaum sprechen Know-how und Qualität der Meisterbetriebe für sich. Die Zukunft des Fliesenlegerhandwerks sieht der Vorsitzende des Meisterprüfungsausschusses in Sanierungsarbeiten für private Bauherren. „Aus alt mach neu“ war so auch Motto der diesjährigen Meisterprüfung. Es galt, eine Badsanierung unter realen Bedingungen, das heißt in Abstimmung mit dem Kunden, zu planen, zu organisieren und zu kalkulieren. Die Abnahme des fertigen Objektes erfolgte dabei nicht nur durch den Kunden, sondern darüber hinaus auch durch den Prüfungsausschuss.

Bei der Meisterprüfung gewinnt das Thema Schadenbegutachtung zunehmend an Bedeutung. „Angesichts der aktuellen Entwicklung sind Sachverständiger gefragter denn je“, betonte der Fliesenlegermeister, der selbst als Gutachter und Sachverständigetätig ist.

Bevor die Prüfungszeugnisse und Urkunden überreicht wurden, richtete Karlheinz Gaschler, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaften Mittelrhein, Ahrweiler, Rhein-Lahn, einige Worte an die Gäste. Er riet den Prüflingen, sich nicht auf dem erworbenen Know-how auszuruhen. Die rasante technische Entwicklung im Handwerk erfordere, dass man sich kontinuierlich weiterbilde. Lebenslanges Lernen sei heutzutage einer der wichtigsten Bausteine für beruflichen Erfolg.

Dass die Ausbildung zum Fliesenleger durchaus anspruchsvoll ist, verdeutlicht die recht hohe Durchfallquote: 21 Prüflinge hatten an der Gesellenprüfung teilgenommen, lediglich neun haben sie erfolgreich bestanden. Die drei Prüfungsbesten: Norman Heinen (Fliesen Feix e.K Arne Stuckenschmidt, Bad Neuenahr-Ahrweiler), Christoph Pabst (Frank Muders, St. Goar) und Christopher Nick (Hans-Peter Nick, Mendig).