Elektro-Handwerker gehen in die Schulen

Bei der Jahreshauptversammlung der Elektro-Innung des Rhein-Lahn-Kreises in Nassau standen drei Punkte im Zentrum des Interesses und der Zukunftsplanung: der Kooperationsvertrag Schulen-Handwerk, die Nachwuchsgewinnung und Förderung der Auszubildenden sowie neue VDE-Richtlinien zu Rücknahmesystemen für Leuchtstofflampen und Elektrogeräte und zur Brandverhütung.
Nach der Begrüßung ging Kreishandwerksmeister Johannes Lauer (Lahnstein) auf den Kooperationsvertrag mit den 17 weiterführenden Schulen des Rhein-Lahn-Kreises ein. Ziel des Vertrages sei es, in enger Zusammenarbeit mit den dort eingeführten Berufswahlkoordinatoren aus dem Lehrerkollegium in den Klassen 8 und 9 Berufspraktika anzubieten, um Schüler für das Handwerk zu interessieren. Das könne weiterhin geschehen durch zusätzliche Veranstaltungen in den Schulen, unterstützt durch eine aussagekräftige Broschüre, die in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises gestaltet werden könnte. Junge Mitarbeiter aus dem Handwerk, Jungmeister und Junggesellen, sollen zwei- bis dreimal im Jahr als „Botschafter des Handwerks“ die Schulen besuchen und über das Handwerk informieren.
Der Übergang zur Frage der Förderung der Auszubildenden im Elektrohandwerk war fließend. Es wurden verschiedene Modelle diskutiert, wie diese Förderung aussehen könnte. Wegen der Kosten aber sollten nur Auszubildende diesen Vorzug erhalten, deren Ausbildungsbetriebe der Innung angehören.. „Wir müssen eine gezielte Nachwuchs- und Facharbeitersicherung betreiben, das ist unsere wichtigste Zukunftsaufgabe“, betonte Innungsobermeister Dieter Pfaff.
Sein Stellvertreter Stefan Popp berichtete von der Landestagung des „Fehr“ in Bad Neuenahr, wo neue VDE-Richtlinien und das Entsorgungssystem Lightcycle zur Rücknahme von Leuchtstofflampen und Elektrogeräten wie auch Elektronikschrott Themen waren. Dieser Vortrag erwies sich für die anwesenden Fachleute als „sehr interessant, weil wir heute doch einiges Neue erfahren haben“. Das Thema „Brand durch Fehllichtbogen“ (Kurzschluss) behandelte neueste Techniken zur Brandverhütung durch Elektrizität.
Zum Abschluss berichtete Ehrenobermeister Karl Heinz Graßmann aus Dörscheid von seiner Arbeit an der Mwanga High School in Tansania/Afrika. Hier hatte er in Zusammenarbeit mit der Humboldtschule in Bad Homburg eine Fotovoltaikanlage errichtet und in Betrieb genommen. Sie sorgt auch bei Netzabschaltungen für eine beständige Stromversorgung zum Betrieb etwa der Wasserversorgung, der Krankenstation, der Büro- und Kühlgeräte und des Computerunterrichtes mit dem Internetzugang und weiterer Elektrogeräte.
 

Foto: Norbert Schmiedel
 
 
Teilnehmer an der Jahreshauptversammlung der Elektro-Innung im Rhein-Lahn-Kreis in Nassau (von links): Johannes Lauer, Stefan Popp, Christoph Hermes, Dieter Pfaff, Manfred Palm, Pierre Kloos, Alexander Zeitler, Stefan Bruchschmidt, Karl Heinz Graßmann und Hermann Geislinger. Foto: Norbert Schmiedel