Ged├Ąmpfter Optimismus auf dem Bau

Gedämpfter Optimismus auf dem Bau
Nachwuchsmangel und einheitlicher Zahlungsverkehr für Europa waren Themen in Rettert
 
„Immer noch positiv“ umriss Obermeister Harald Bär bei der Jahreshauptversammlung der Baugewerks-Innung Rhein-Lahn in Rettert die aktuelle Situation im hiesigen Baugewerbe. Warum die Einschätzung nur gedämpft optimistisch ausfällt? „Der Wohnungsbau im Rhein-Lahn-Kreis ist rückläufig“, so Bär. „Es stehen zwar viele Bauplätze zum Verkauf, aber die Nachfrage danach ist sehr gering.“
 
Und noch etwas macht dem Baugewerbe wie dem Handwerk insgesamt nicht erst seit gestern zu schaffen: der Fachkräftemangel. Einerseits wachsen zu wenige Nachwuchskräfte heran. Zurzeit haben die 27 Mitgliedsbetriebe der Innung weniger als 20 Auszubildende unter Vertrag. Andererseits steigen viele Ältere wegen der körperlichen Belastung aus den Handwerksberufen aus. „Die Nachwuchssicherung ist für das Handwerk eine existenziell entscheidende Frage“, brachte Kreishandwerksmeister Johannes Lauer das Problem auf den Punkt. Doch wie den Nachwuchs sichern? Lauer stellte die zwischen Handwerk und Schulen geschlossene Kooperationsvereinbarung vor. Eine zentrale Rolle darin spielen die sogenannten Botschafter des Handwerks – Handwerker, die in die Schulen gehen und für ihren Beruf werben. Erfolg verspricht das allerdings nur, wenn die Betreffenden den Jugendlichen vom Alter her nahe stehen. Auch Informationsveranstaltungen auf Elternabenden, die Besichtigung von Betrieben und Ausbildungseinrichtungen oder die Vermittlung von Betriebspraktika zählen zu den Inhalten der Kooperations-vereinbarung, deren Umsetzung nach Ansicht des Kreishandwerksmeisters noch verbesserungsfähig ist: „In der Kreishandwerkerschaft wollen wir einen Handlungsrahmen beschließen, der den Schulen entsprechende Vorgaben macht.
Ein weiteres Problem, das in Bälde auf das Handwerk zukommt, ist administrativer Natur: Ab dem 1. Februar 2014, für Privatkunden ab dem 1. Februar 2016 ist der einheitliche Zahlungsverkehr für Europa (SEPA) mit der Umstellung von Konto- auf IBAN-Nummern und von Bankleitzahlen auf BIC-Nummern uneingeschränkt Pflicht. Davon betroffen seien in erster Linie Betriebe, die mit Lastschriftverkehr arbeiten, erklärte Referentin Melanie Petry von der Volksbank Rhein-Lahn.
 
„Ihr Dach – Ihr Strom“, darüber referierte Holger Gretzschel, Geschäftsführer dero Helios aus Katzenelnbogen. „Obwohl die Rendite bei Solaranlagen seit 2004 gesunken ist, ist die gängige Aussage, Solaranlagen rechneten sich nicht mehr, falsch“, so die Quintessenz seines Vortrags, die er an einer Beispielrechnung veranschaulichte.

Unser Bild zeigt (von links) Alexander Zeitler (Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Rhein-Lahn), Harald Bär (Obermeister der Baugewerksinnung), Reimund Spriestersbach (Beisitzer), Jens Rudhard (Lehrlingswart), Rainer Schmidt (Beisitzer), Karsten Schmidt (stellvertretender Obermeister) und Johannes Lauer (Kreishandwerksmeister).

Foto: Ulrike Bletzer