Besch├Ąftige und Lehrlinge im Handwerk legten 2012 zu

„Die Zahl der Beschäftigten lag um 0,4% über dem Vorjahresniveau und die Lehrlingszahl stieg auf 710 (Vj. 687)“, so Kreishandwerksmeister Frank Wershofen in seinem Bericht an die Obermeister und Delegierten. Die Umsätze der Handwerke für den gewerblichen Bedarf lagen in etwa auf dem gleichem Niveau, allerdings ist die Entwicklung in den einzelnen Handwerken unterschiedlich. Die Mitgliederzahlen der Handwerks-Innungen haben sich dank der Unterstützung der Obermeister und des Außendienstes verbessert und liegen stabil bei derzeit 420 Betrieben.
 
Für das laufende Jahr plant Wershofen für die Kreishandwerkerschaft eine Reihe
von Aktionen, wobei der Unternehmertag mit einem Tag der offenen Tür am 16. Juni im Vordergrund steht. Das Handwerk mit allen Innungen wird sich in der Ahr-Akade- mie in Ahrweiler präsentieren.
 
Im Rahmen der Obermeister- und Delegiertentagung fanden besondere Ehrungen statt. Aus der Hand von Kammerpräsident Werner Wittlich und Kreishandwerks-meister Frank Wershofen wurden die „Silbernen Meisterbriefe“ für 25jährige Meisterprüfung im Handwerk überreicht an: Ludwig Braun, Kfz.-Mechanikermeister aus Kelberg, Alfons Wolber, Schlossermeister aus Grafschaft, Walter Steinheuer, Schlossermeister aus Bad N`ahr-Ahrweiler.
 
Eine besondere Ehre war es Kammerpräsident Wittlich und Kreishandwerksmeister Wershofen Frau Anne Söth aus Bad Breisig für ihr 50jähriges Berufsjubiläum im Friseur-Handwerk zu ehren. Mit den besten Glückwünschen überreichten sie Frau Söth die Ehrenurkunde und das allgemeine Ehrenzeichen der Kreishandwerkschaft Ahrweiler in Gold. 1963 begann Anne Söth im Betrieb ihres Vaters Klaus Dolba ihre Ausbildung zur Friseurin. Im März 1966 legt Anne Söth erfolgreich ihre Gesellenprüfung ab und im Februar 1970 in Dortmund die Meisterprüfung. 1980 erfolgte die Betriebsübernahme. Bereits seit 1990 ist Frau Söth im Vorstand der Friseur-Innung Ahrweiler und seit dem 2005 führt sie die Geschicke der Innung als Obermeisterin.
 
Erfreut zeigte sich Kreislehrlingswart Rolf Genn von den gesamten Lehrlingszahlen im Kreis Ahrweiler. Zwar haben die Nahrungsmittelhandwerke mit Bäcker und Fleischer Schwierigkeiten die offenen Lehrstellen zu besetzen, jedoch schneidet der Kreis Ahrweiler insgesamt gut ab. Über alle Handwerke hinweg konnten im Jahr 2012: 277 neue Lehrverträge abgeschlossen werden, sodass die Gesamtzahl 710 beträgt und der Stand gehalten werden konnte. Dies sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass der demografische Wandel das Handwerk erreichen wird.
Bei der Schulwahl entscheiden sich drei von zehn Kindern für die Realschule plus, während die Schüler an den Gymnasien in den vergangenen 10 Jahren von 30% auf fast 40% zugenommen haben. Für die duale Ausbildung im Handwerk wird das zukünftige Potential knapp. Die 2012 begonnene Initiative der Kreishandwerkerschaft in Sachen Nachwuchswerbung gilt es konsequent fortzusetzen. Die Zusammenarbeit mit den Realschulen im Kreis wird hierzu vertieft. Handwerk und Schulen werden hierzu Kooperationsverträge eingehen.
 
Zum Thema „Aktuelles aus der Handwerksorganisation“ sprach Werner Wittlich als Präsident der Handwerkskammer Koblenz. Wittlich erläuterte das umfassende Beratungsangebot der Handwerkskammer für die Betriebe. Ein Kerngebiet ist die duale Ausbildung und die Weiterbildung im Handwerk. Nicht zuletzt der technologische Wandel erfordert Fertigkeiten und Kenntnisse auf den aktuellen Stand zu halten.
 
Die Agentur für Arbeit, vertreten durch den Geschäftsstellenleiter Heribert Knechtges, sieht vor allem Chancen in der betrieblichen Umschulung, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegen zu treten. Knechtges zeigte Lösungsansätze und finanzielle Unterstützung durch die Agentur für Arbeit auf.
 
Ganz erfreulich ist die Entwicklung des Versorgungswerkes der Kreishandwerker-schaft Ahrweiler, so berichtete Bezirksdirektor Uwe Fleck von der Signal Iduna Versicherungen als Kooperationspartner.
 
Den Jahresabschluss mit den Finanzen zum 31.12.2012 legte Hauptgeschäftsführer Karlheinz Gaschler vor. Nach dem Bericht der Kassenprüfer konnte der Vorstand einstimmig entlastet werden.
 
Abschließend wies Obermeister Dirk Waldecker auf Fragen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und deren Umsetzung in der öffentlichen Verwaltung hin, was eingehend im Kreis der Obermeister erörtert wurde.