Nachwuchskr├Ąften den Weg ebnen

Geladen waren unter anderem Fachreferenten aus Verbänden.
 
Moderne Infrastruktur ohne sie? Undenkbar! Straßenbauer kümmern sich darum, dass Verkehrswege entstehen und instand gehalten werden. Ein Berufsbild, das neben viel Abwechslung durch wechselnde Aufgaben und Arbeitsstandorte auch gute Perspektiven bietet. Dennoch steht das Berufsbild auf der Jobhitliste junger Leute nicht gerade weit oben. Dabei hat sich in Sachen Ausbildungsstandard, gerade im Bereich der Innung Koblenz, viel getan. „Wir bieten unseren Nachwuchskräften mittlerweile eine sehr vielschichtige Ausbildung – auch dank der engen Zusammenarbeit zwischen Ausbildungsbetrieben, Schule und Handwerkskammer“, berichtete Innungsobermeister Wolfgang Schulz. So habe man etwa durch Umstrukturierung der Lerninhalte erreicht, dass die Ausbildung ab dem ersten Lehrjahr sehr viel praxisorientierter sei, zum Beispiel das Pflastern und Bordsteinlegen bereits im ersten Ausbildungsjahr auf dem Lehrplan stehe. Generell seien Theorie und Praxis nun viel enger miteinander verknüpft. Erfolgreich zusammengeführt habe man zudem Ausbildungen aus dem Raum Rhein-Lahn, Neuwied und Mayen. Derzeit besuchen 17 Auszubildende die Fachklasse. Ausbaufähig sei der Bereich Fort- und Weiterbildung. „Aus Sicht der Betriebe wünschenswert wäre es, Kurse im Bereich Baustellenführung und Kalkulation zu etablieren“, fasste der Obermeister zusammen. Zudem wolle man sich dafür stark machen, in Koblenz künftig den Ausbildungsberuf Kanalbauer / Rohrleitungsbauer anzubieten.
Alexander Baden, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Koblenz, begrüßte die Bestrebungen der Innung. „Die Lehrlingszahlen im Straßenbau sind wieder recht stabil“, sagte er. Es sei auch für die Handwerkskammer von großem Interesse, die Voraussetzung für eine qualitätsvolle Ausbildung zu schaffen, damit sich junge Leute für das Bauhandwerk interessierten.
In seinem Bericht zitierte der Obermeister ferner aus den Verkehrsprognosen des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Straßenentwicklung für das Jahr 2025. Demnach wird der Individualverkehr – trotz demografischen Wandels – in den nächsten Jahren weiter deutlich zulegen. Allein für den motorisierten Verkehr sei laut Studie mit einem Zuwachs von knapp 20 Prozent zu rechnen. „Um den Rückstoß auf die Infrastruktur abzufangen, muss deutlich mehr in den Straßenbau investiert werden. Hier fehlt es an Konzepten“, resümierte Schulz. Interessant war in diesem Zusammenhang der Beitrag von Thomas Weiler, Experte für Bau- und Vertragsrecht vom Landesverband der Bauindustrie. Er thematisierte die Möglichkeiten und Grenzen von Umlagen im öffentlichen Straßenbau. Die Maut im kommunalen Straßenbau ist eine interessante, alternative Finanzierungsmöglichkeit für Kommunen. Sie kann direkt durch die Kommune in Selbstverwaltung erhoben werden. Aktuelle Themen aus dem Baugewerbe standen im Fokus des Vortrags von Norbert Dreisigacker, Geschäftsführer des Baugewerbeverbandes Rheinland-Pfalz.
Die Finanzen und den Bericht zur Geschäftsführung erläuterte Geschäftsführer Karlheinz Gaschler, wobei er insbesondere auf die Beratung der Mitgliedsbetriebe einging.
Lehrlingswart Paul Sauer stellte das Schulprojekt in Kenia vor unter der Schirmherrschaft von „Friedenskinder“. Sauer dankte den Innungsmitgliedern für Geld- und Sachspenden und die ehrenamtliche Unterstützung.