Handwerk strebt Kooperation mit den Realschulen im Kreis an

Grund für den anhaltenden Schülerrückgang ist das Schrumpfen der entsprechenden Altersgruppen in der Bevölkerung.
 
Nach der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Landesamtes wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den nächsten Jahren weiter sinken, so zitiert Kreislehrlingswart Genn die Landeszahlen. Unter den Annahmen der mittleren Variante dieser Berechnungen wird sich die Zahl der Sechs- bis Zehnjährigen (Grundschulalter) im Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 2010 um gut 11.000 auf 130.500 reduzieren (minus 7,8 Prozent), bei den Zehn- bis Sechzehnjährigen (Sekundarstufe I) wird ein Rückgang um gut 46.000 auf knapp 201.000 erwartet (minus 18,7 Prozent). „Die Frage, ob wir genügend Ausbildungsplätze haben?′ ist heute durch die Frage nach genügend Auszubildenden ersetzt worden“, sagte Genn.
Wenn es bis zum Jahr 2020 immer weniger Schulabgänger gebe, habe dieses auch Auswirkungen auf das Handwerk, deshalb komme es verstärkt darauf an, das Interesse an Handwerksberufen wach zu halten oder wieder zu wecken.
 
„Durch eine verstärkte Kooperation wollen wir dem Miteinander zwischen den Schulen und Betrieben einen festen Rahmen geben“, führte Kreishandwerksmeister Wershofen aus. „Dadurch erhoffen wir uns, nicht nur formelle Hürden bei der Zusammenarbeit aus dem Weg zu räumen, sondern natürlich auch, junge Menschen für Handwerksberufe zu begeistern und als Nachwuchskräfte für unsere Betriebe zu gewinnen.“ Im Kreis Ahrweiler sind derzeit 1.295 Meisterbetriebe sowie 563 handwerksähnliche Betriebe eingetragen. Das Handwerk beschäftigt rund 9.800 Mitarbeiter. Die Zahl der Lehrlinge liegt bei 475, so Wershofen.
 
Der direkte Kontakt zu den Schulen ist eine wichtige Voraussetzung, um das Ziel, engagierte Bewerber für einen handwerklichen Beruf zu begeistern, zu erreichen. Schülern soll nach ihrer Schulzeit ein möglichst reibungsloser, erfolgreicher Übergang in Ausbildung und Beruf ermöglicht werden. Die Ausbildungsbetriebe bieten auch verstärkt Praktikumsplätze an, damit Schüler Erfahrungen in den Betrieben sammeln können. Dieses Instrument ist überaus erfolgreich auf dem Weg der Berufsorientierung, vor allem für die Schüler, die wenig Unterstützung bei der Berufswahl aus dem Elternhaus erleben,
 
Ein regelmäßiger Informations- und Erfahrungsaustausch soll den Prozess der Berufsorientierung und Berufswahl unterstützen. Schulleiter und Vertreter der beteiligten Schulen sehen in dieser Kooperation einen wichtigen Schritt.  Vom Handwerk hoffe man, dass möglichst alle Schulen der Kooperationsvereinbarung beitreten.