Kfz-Innung Mittelrhein: Nachwuchskr├Ąfte feierlich in den Gesellenstand erhoben

Innungsobermeister Mark Scherhag beglückwünschte die Nachwuchskräfte und sprach sie von ihren Verpflichtungen aus der Lehrzeit frei. „Sie können stolz sein auf das Erreichte“, sagte er. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass der erfolgreiche Berufsabschluss nur eines von vielen möglichen Etappenzielen sei. Nun gelte es, sich neue Ziele zu setzen und neue Erfahrungen zu sammeln, sei es durch Aufenthalte im Ausland, durch zusätzliche Qualifikationen oder die Meisterprüfung.
In seiner Festansprache würdigte der Obermeister die gute Zusammenarbeit zwischen Berufsschule, Ausbildungsbetrieben und der Handwerkskammer mit ihren spezifischen Lehrgängen. „Unser duales Ausbildungssystem ist einzigartig in der Welt – und Grundstein unseres wirtschaftlichen Erfolges“, betonte er. Während das restliche Europa und die Vereinigten Staaten mit alarmierender Jugendarbeitslosigkeit kämpfen, beträgt Deutschlands Quote lediglich knappe acht Prozent, in der Region sind es sogar nur rund drei Prozent. Traurige Rekordhalter sind Spanien und Griechenland mit einer Jugendarbeitslosigkeit von jeweils über 50 Prozent. Handlungsbedarf sieht der Obermeister allerdings nach wie vor in der „Geschlechterfrage“: Unter den Prüflingen des aktuellen Ausbildungsjahrgangs 2012/2013 befinden sich lediglich drei junge Frauen. Es gelte, künftig ganz gezielt weibliche Nachwuchskräfte für den Beruf des Kfz-Mechatronikers zu gewinnen.
Anerkennende Worte für die vollbrachten Prüfungsleistungen gab es von Studiendirektor Alfred Psutka, der für die gastgebende Carl-Benz-Schule sprach. In seinem Grußwort zeigte er auf, wie bedeutend kontinuierliche Lern- und Weiterbildungsbereitschaft sind. „Die technische Entwicklung, gerade auf dem Automobilsektor, schreitet rasant voran. Wer mithalten will, muss am Ball bleiben“, bekräftigte er.
Auch Siegfried Blüml,Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, ermutigte die Nachwuchskräfte, ihre Kompetenzen weiter auszubauen, sich neuen Herausforderungen und Themengebieten zu stellen. Dabei gab er den jungen Leuten einige Erfolgsrezepte mit auf den Weg. Darunter zum Beispiel: Persönlichen Stärken zu erkennen und zu gestalten, kreativ zu sein und eigene Ideen einzubringen – und auch zu lernen, Misserfolge zu meistern. „Kommunikation ist der Schlüssel und das tragfähige Scharnier“, fasste er zusammen. Kommunikationsfähigkeit sei die essenzielle Größe, die von der Leistungsfähigkeit zum Erfolg führe.
112 Prüflinge (im Vorjahr 105) hatten an der Gesellenprüfung teilgenommen. 96 haben sie erfolgreich bestanden. Die drei Prüfungsbesten im Bereich Personenkraftwagentechnik: Christopher Schnitz (Jungbluth und Mürtz, Plaidt), Robin Lenz (Günter Wölm, Mayen) und Hendrik Adam (Harald Petry, Bremm). Im Prüfungsschwerpunkt Fahrzeugkommunikationstechnik bestand Jennifer Frein (Wolfgang Frein, Mülheim-Kärlich) als Beste die Gesellenprüfung.