Obermeister tagten in der Ahr-Akademie

Das Handwerk mit seinen 421 organisierten Meisterbetrieben stellt sich dieser Aufgabe. Gemeinsam mit dem Außendienst werden die Mitgliedsbetriebe auch vor Ort beraten. Das Serviceangebot wird von den Betrieben besser wahrgenommen und die Mitgliederzahlen sind weiter gestiegen. Die Ahr-Akademie in Ahrweiler ist zu einem wichtigen Anlaufpunkt geworden, wenn es um Aus- und Fortbildung, Betriebsberatung und Erfahrungsaustausch der Betriebe geht. Wershofen setzt sich dafür ein, dass das Angebot auf die betrieblichen Bedürfnissen und Entwicklungen zugeschnitten ist. Im Mittelpunkt steht die Einzel- und Gesamtinteressenvertretung des selbständigen Handwerks.
Feierlich überreichte Wershofen mit Dank und Anerkennung den begehrten Silbernen Meisterbrief aus Anlass des 25-jährigen Meister-Jubiläums. Wershofen hob die besondere Leistung der Betriebe im Rahmen der Ausbildung und den 3 Stufen Lehrling – Geselle – Meister hervor.
 
Innung und Kreishandwerkerschaft sichert den beruflichen Nachwuchs
Jungen Menschen bietet das Handwerk spannende Zukunftsaussichten und Perspektiven. Die Lehrlingszahlen liegen bei 475 Ausbildungsverträgen. Im Bereich der Ernährungshandwerke wie Bäcker und Fleischer gestaltet sich die Besetzung der Lehrstellen schwierig. Kreislehrlingswart Rolf Genn befürwortet die neue Ausbildungs-Initiative, die das Handwerk mit einer Plakat-Aktion startet und 2013 vertieft fortsetzen wird. Angestrebt wird eine engere Kooperation der Innungen und der Kreishandwerkerschaft mit den Realschulen plus sowie den Gesamtschulen und dem Kreis Ahrweiler. Ein stärkerer Austausch von Erfahrungen, praktische Fortbildung für Lehrer und Praktika für Schüler werden hierzu vorgeschlagen. Das Handwerk will die Schulen bei Ihrer Arbeit aktiv unterstützen. Natürlich erhoffe man sich, junge Menschen für die Handwerksberufe zu begeistern. Immerhin jeden dritten Ausbildungsplatz im Kreis stellt das Handwerk. Die demografische Entwicklung der kommenden Jahre erfordert erhöhte Anstrengungen auf allen Seiten. Die Umstellung vom drei- zum zweigliedrigen Schulsystem erfordert eine Intensivierung der Zusammenarbeit. Kreishandwerksmeister Wershofen gab zu bedenken, dass hierbei die Schulzeiten nicht weiter ausgedehnt werden sollten. Die duale Ausbildung im Handwerk und früher Einstieg ins Berufsleben haben deutliche Vorteile.
 
Das Handwerk – Ausrüster der Energiewende
Ein Schwerpunkt der Obermeistertagung bildete die Energieberatung, wobei Dipl.-Ing. Lars Klitzke nicht nur den Neubau sondern vor allem die Energieeinsparung im Gebäudebestand sieht. Allein im privaten Sektor umfasst Wärmeenergie wie Heizung, Heißwasser und Kühl-Geräte über 90% der Energiekosten aus. Viele Handwerke aus dem Bau- und Ausbauhandwerk sind hier gefordert; sei der Baubereich mit Fassadendämmung, Zimmerer und Dachdecker mit der Isolation des Dachbereiches, Schreinerhandwerk mit neuen Fenster-Elementen oder der Bereich der Elektro- und Heizungsfachbetriebe. Die Steuerung der Wohnungen wird mehr und mehr intelligent ausgerüstet. Per Knopfdruck lässt sich die Temperatur regeln und die vernetzte Gebäudetechnik bietet vielfältige Möglichkeiten. Die Profis aus dem Handwerk sind hier bei Beratung um Umsetzung gefragt.
 
Ohne Ehrenamt geht es nicht
Den Bericht zur Geschäftsführung gab Dipl.-Vw. Karlheinz Gaschler ab und legte den Haushaltsplan 2013 vor, der auf den Weg gebracht wurde. Der Haushaltsplan ist ausgeglichen und die Kreishandwerkerschaft ist schuldenfrei und kann auf eine positive Vermögenslage zurückblicken. Gaschler dankte dem Ehrenamt, das in besonderer Weise in den Innungen und im Bereich Ausbildung und Gesellenprüfungen tätig ist. Die Gesellenprüfungsausschüsse wurden nun für die 5-jährige Amtsperiode auf den Weg gebracht. Zusammen mit den Innungsvorständen sind hier 120 Handwerksmeister ehrenamtlich tätig. Gemeinsam mit den Obermeistern wurden Fragen zu weiteren Aktivitäten, wie beispielsweise das Seminarangebot erörtert. 

Foto: Fix
In der Mitte überreicht Kreishandwerksmeister Frank Wershofen an Friseurmeisterin Erika Michels (Schuld) und weiteren Handwerksmeistern den begehrten silbernen Meisterbrief. Ausgezeichnet wurde insbesondere auch Kreislehrlingswart Rolf Genn (Wehr, 1.v.r.).