Gl├╝cksbringer sind hierzulande rar

Neben dem Fachkräftemangel beschäftigen die Schornsteinfeger-Innung Koblenz zurzeit „einige offene Baustellen“, wie Obermeister Michael Arndt in seinem Bericht betonte. Darunter vor allem die ab 2013 geltenden neuen Vergabekriterien bei den Kehrbezirken und die neue Ausbildungsverordnung, die zum 1. August dieses Jahres in Kraft tritt. Entgegen der landläufigen Meinung, macht das Fegen von Schornsteinen nur einen geringen Teil der täglichen Arbeit eines Schornsteinfegers aus.
„Unsere Arbeit ist erheblich anspruchsvoller geworden – vor allem seit der Klimaschutz und damit die Energieeffizienz von Heizungen zum politischen Ziel erklärt wurde“, betont der Obermeister. Viel technisches Wissen sei gefragt, etwa in den Feldern Umwelt- und Klimaschutz, Energieeffizienz sowie Wärme- und Haustechnik, aber auch im Bereich Brandschutz und Baurecht. Entsprechend hoch sind die Ausbildungsanforderungen. So müssen Bewerber zunächst einen umfangreichen Eignungstest absolvieren. Eine Hürde, an der nicht wenige Kandidaten scheitern. „Die Quantität der Bewerber ist bei uns weniger das Problem, als die Qualität“, weiß Lehrlingswart Herbert Heckmann.
Zurzeit absolvieren 79 Jugendliche in Rheinland-Pfalz eine Ausbildung zum Schornsteinfeger, 17 davon in Ausbildungsbetrieben der Innung Koblenz. Besonders erfreulich: Unter den vier Prüflingen, die hier kürzlich erfolgreich ihre Ausbildung beendet haben, ist auch eine junge Frau (Isabell Meurer, Innungsbetrieb Oliver Heck, Horhausen).
„Um auch in Zukunft qualifizierten Nachwuchs zu erhalten, müssen wir verstärkt für unser Berufsbild werben, die Vielseitigkeit und die Zukunftschancen, die unser Beruf beinhaltet, besser kommunizieren“, fasst der Obermeister zusammen.
Einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft will man mit dem Aus- und Umbau des Ausbildungszentrums in Kaiserslautern gehen. „Wir wollen Ausbildung auf dem neusten Stand der Technik ermöglichen. Mit der Sanierung sollen die Räumlichkeiten an die neuen Anforderungen angepasst werden“, erläutert der Obermeister. Auch Landesinnungsobermeister Michael Bauer warb für das Projekt und stellte bereits ein mögliches Finanzierungsmodell vor. Bei der Landesinnungsveranstaltung der Schornsteinfeger, die unter dem Motto „Zukunft jetzt – Neue Chancen gemeinsam nutzen“ in Kaiserslautern stattfindet, soll über das Wann und Wie entschieden werden.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung: Die Ergänzungswahlen zum Vorstand. Achim Bürger wurde als neuer Technischer Innungswart in den Vorstand gewählt. Jochen Scherne, der dieses Amt bisher ausfüllte, wird künftig auf Landesebene agieren. Auch Ehrungen und Auszeichnungen standen auf dem Programm. Für seine 20-jährige Betriebszugehörigkeit bei der Firma Manfred Zender (Koblenz) wurde André Weichert geehrt. Ihr 25-jähriges Betriebsjubiläum feierten die Betriebsschornsteinfegermeister Herbert Klein (Hirz-Maulsbach) und Bernd Leimbach (Oberhonnefeld). Auch sie wurden im Rahmen der Veranstaltung ausgezeichnet.