Delegiertentagung der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein

 
 
Zentrales Zukunftsthema aber ist und bleibt die Nachwuchsgewinnung. „Das Handwerk steht zunehmend im Wettbewerb mit anderen Berufsgruppen. Wir müssen künftig noch deutlicher auf Chancen und Perspektiven aufmerksam machen“, hob der Kreishandwerksmeister hervor.

Wie sich das Handwerk in Zahlen darstellt, darüber gab Werner Wittlich, Präsident der Handwerkskammer Koblenz, Auskunft. Aktuell zähle die Handwerkskammer Koblenz 19.016 Mitgliedbetriebe mit rund 108.000 Beschäftigten. Im Vergleich zu anderen Kammern sei man hinsichtlich der Nachwuchsrekrutierung recht stabil. Derzeit absolvieren 9.461 Auszubildende in Handwerksbetrieben der Region ihre Ausbildung. Allerdings sei in diesem Jahr mit einem Rückgang der Lehrlingsverträge zu rechnen. „Zunehmend mehr Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, weil es an qualifiziertem Nachwuchs fehlt“, prognostizierte der HWK-Präsident. Er rief die Innungsbetriebe dazu auf, nicht nur Ausbildungsplätze zu schaffen, sondern auch geringer qualifizierten jungen Menschen Chancen einzuräumen.
 
Einig waren sich Detlef Börner und Werner Wittlich hinsichtlich der Bedeutung des Ehrenamts im Handwerk. Die zahlreichen Ehrenamtsträger, tätig in Vorständen, Ausschüssen und Kommissionen – vom Lehrlingswart bis zum Obermeister – machen die Innungsarbeit erst möglich. Für ihr jahrzehntelanges Engagement mit der Ehrennadel der Bundesgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften ausgezeichnet wurden: Werner Geiermann aus Polch, Helmut Brand aus Bullay, Georg Manthey aus Andernach, Alfred Kaspari aus Moritzheim und Georg Lüscher aus Mendig.
 
Unter Leitung von HWK-Präsident Wittlich wurde im Rahmen der Neuwahlen Dipl.-Ing. Detlef Börner zum Vorsitzenden Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein einstimmig wiedergewählt. Zu Stellvertretern wurden gewählt Dachdeckermeister Karl-Heinz Bischoff (Koblenz), Dachdeckermeister Gregor Orth (Mayen) sowie Dip.-Ing. Rainer Angsten (Cochem). Der weitere Vorstand der Kreishandwerkerschaft setzt sich zusammen aus Installateur- und Heizungsbauermeister Gerd Köhl (Münstermaifeld), Schreinermeister Christoph Rieger (Kaisersesch), Elektroinstallateurmeister Christoph Hansen (Koblenz), Kfz-Mechanikermeister Mark Scherhag (Koblenz), Installateur- und Heizungsbauermeister Friedhelm Schmitz (Koblenz), Karosserie- und Fahrzeugbauermeister Michael Bocklet (Koblenz), Bezirksschornsteinfegermeister Michael Arndt (Mayen), Dipl.-Ing. Alfred Theisen (Kruft), Dipl.-Ing. SFI Markus Brühl (Koblenz), Elektroinstallateurmeister Wilfried Müllen (Ernst) sowie Dipl.-Malermeister Jürgen Geifes (Boppard) und Damenschneidermeisterin Eva-Maria Weber-Ihden (Koblenz).
Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftsentwicklung, Beschäftigung und Ausbildung, davon ist Detlef Börner überzeugt. „Innungsfachbetriebe leisten mehr: Sie bieten mehr Service, mehr Beratung, mehr Qualität, mehr Perspektiven. Nicht zuletzt dank des Engagements der jeweiligen Fachinnung vor Ort, der Landesverbände und in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft“, erklärte der Vorsitzende Kreishandwerkmeister, der in seinem Bericht einen umfassenden Überblick über seine fünfjährige Amtszeit gab. Dabei betonte er, wie bedeutsam eine gezielte politische Interessenvertretung sei. „Ob Handwerksrecht oder Normung, Aus- und Weiterbildung oder Energieeinsparung: In der Politik werden Entscheidungen getroffen, die mitunter gravierende Auswirkungen auf einzelne Fachbetriebe und deren Zukunftsfähigkeit haben können“, so Detlef Börner. Umso wichtiger sei die Innungsarbeit. „Nur als starke Gemeinschaft sind wir in der Lage, unsere Interessen auf einen Nenner zu bringen und uns für die berufsständigen Belange unserer Mitgliedsbetriebe stark zu machen“, fasste er zusammen. Gezielte Imagearbeit, Mitgliederwerbung und mitunter auch strukturelle Anpassungen – etwa in Form von Fusionen kleinerer Innungen – seien unabdingbar.