F├╝r die Zukunft gewappnet

Schornsteinfeger wählen neuen Vorstand – interessante Geschäftsfelder erarbeitet
 
„Einer für alle, alle für einen“ lautet seit jeher der Wahlspruch der Schornsteinfeger. Mit der Änderung des Schornsteinfegergesetzes und der Öffnung des Marktes gewinnt der Spruch nun neu an Bedeutung: das Wir-Gefühl der Zunft ist gefragt. Dass die Schornsteinfeger-Innung Koblenz gut für die Zukunft gewappnet ist, stellte einmal mehr die Innungsveranstaltung unter Beweis. Auf der Tagesordnung: Ehrungen, Berichte aus dem Innungsgeschehen – und die Wahl eines neuen Vorstands.
 
Alles beim Alten. So könnte man die Innungsversammlung der Schornsteinfeger zusammenfassen, die am 8. November in Welling stattfand. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt: Michael Arndt bleibt für fünf weitere Jahre Obermeister der Innung, Horst Ewenz sein Stellvertreter. Herbert Heckmann ist alter und neuer Lehrlingswart, Jochen Scherne bleibt Technischer Innungswart, Johannes Schmitz, Peter Schlimbach, Thomas Neis, Raimund Butz und Georg Wilkes bleiben Beisitzer – und auch die Personalien in den Ausschüssen bleiben unverändert. Hintergrund der Neuwahlen: eine Anpassung der bisherigen Satzung.
Doch mit dieser knappen Zusammenfassung wird man der Veranstaltung nicht gerecht. Schließlich wurden brandaktuelle Themen angesprochen. Landesinnungsmeister Michael Bauer etwa, wies in seinen Ausführungen auf wichtige Themen wie Neuregelungen in der Altersversorgung – hierzu liegt seit November ein entsprechender Gesetzesentwurf vor – sowie das Dauerthema Aus- und Weiterbildung. Sein Fazit: „Ausbildung lohnt!“ Gut ausgebildete Mitarbeiter seien das A und O – gerade im Hinblick auf die Öffnung des Schornsteinfegermarktes. Nur durch Kompetenz und Wissen könne man überzeugen.
In diesem Zusammenhang wies der Landesinnungsmeister auf den geplanten Ausbau des Schulungszentrums in Kaiserlautern. Dieses soll nicht nur räumlich erweitert werden. Auch das Kursangebot solle weiter ausgebaut werden – etwa im Bereich regenerative Energien, Vertrags- und Wettbewerbsrecht sowie Verbraucherschutz.
„Auch wenn viele Kollegen den Neuerungen, die mit dem Schornsteinfegerhandwerksgesetz einhergehen, skeptisch gegenüber stehen. Früher war alles besser – das stimmt so nicht ganz“, fasst der Landesinnungsmeister zusammen. Die Änderungen böten auch die Chance auf Neuorientierung. „Es gilt, neue kreative Geschäftsfelder zu erschließen: Energie- und Baustoffberatung, Thermografie, Rauchmelder – die Innungsbetriebe sind eigentlich gut aufgestellt“, sagte er.
Obermeister Michael Arndt sieht das ähnlich: „Die ambitionierten energiepolitischen Ziele der Landesregierung sind, und das weiß man auch seitens der Politik, nur mit uns Schornsteinfegern als kompetente Ansprechpartner erreichbar“, erläuterte er. Umso wichtiger sei auch das Thema Feuerstättenverordnung. Diese sei die einzige Daseinsberechtigung der Kehrbezirke. Sein Appell an die Kollegen: „Bitte nehmt unseren gesetzlichen Auftrag ernst – Feuerstättenbescheide müssen exakt nach Vorlage ausgestellt werden.“
In seinem Bericht lobte der Obermeister die erfolgreiche Lobbyarbeit der Innungsbetriebe – und das hohe Ausbildungsniveau. Erfreulich auch: Der diesjährige Landesssieger im Lehrlings-Leistungswettbewerb kommt aus den eigenen Reihen.

Foto: Archiv