Handwerk formvollendet

Freisprechungsfeier der Schreiner-Innung Koblenz-Rhein-Mosel – in stilvollem Ambiente
 
Holz ist ein würdiger Werkstoff: Er ist C02-neutral, eigenwillig – und steckt voller Leben. Aus diesem Material schafft der Schreiner ganz individuelle Einzelstücke. Dabei muss er nicht nur das Wissen um die jeweilige Holzart besitzen, sondern auch ästhetisches Gespür, Kreativität und viel Fingerspitzengefühl. Denn Holzarbeit ist Präzisionsarbeit. Das wissen auch die zwölf frisch gebackenen Gesellen der Schreiner-Innung Koblenz-Rhein-Mosel. In stilvollem Ambiente, im Lockschuppen des DB-Museum in Koblenz-Lützel, wurden sie feierlich freigesprochen. Rund 60 Gäste nahmen an der Feierstunde teil – und nutzen auch die Gelegenheit zu einem Rundgang durch die historischen Hallen, zu dem Obermeister Rolf Hendgen einlud.
In seiner Festrede betonte Karlheinz Gaschler, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, die besondere Kultur der Schreiner-Innung, die Handwerk und Kunst gekonnt vereine. „Der Werkstoff Holz ist ein würdiges Material, dass Atmosphäre und Wärme ausstrahlt“, sagte er. In Zeiten der Energiewende sei festzustellen, dass Holz aus der Natur den Anspruch einer regenerativen Wirtschaft in vollem Umfang erfülle. „Die Verwendung von Holz bietet hervorragende Eigenschaften in der Anwendung“, fasste er zusammen. Mit Blick auf die Energieeinsparung sei eine umfangreiche Sanierung der Fenster im Wohnungsbestand erforderlich. Der wirtschaftliche Ausblick für die zukünftigen Gesellen sei insgesamt gut.
Auf die Bedeutung der dualen Ausbildung ging Dipl.-Ingenieur Ulrich Brink als Leiter des Bauzentrums der Handwerkskammer Koblenz ein. Das Zusammenspiel von Ausbildungsbetrieb, Schule und überbetrieblicher Ausbildung sorge für eine hervorragende theoretische und praktische Ausbildung. Jürg Zerwas, Bereichsleiter der BBS Technik, hob die Bedeutung des selbständigen Arbeitens hervor, dass von den Gesellen nun gefordert werde.
Die feierliche Freisprechung wurde von Lehrlingswart Frank Nollen gemeinsam mit den beiden Berufsschullehrern Tobias Lau und Rüdiger Linde vorgenommen. Innungsbester wurde Sven Lobeck (Ausbildungsbetrieb Neideck, Ochtendung), den zweiten Platz belegte Björn Goretzky (Ausbildungsbetrieb Meerbothe, Koblenz).
Die Auszeichnung im Wettbewerb „Die gute Form“ nahm Wolfram Lehnen, stellvertretender Landesinnungsmeister, vor. Mit dem ersten Platz wurde Björn Goretzky ausgezeichnet, zweiter wurde Christopher Lobb von der Firma Thomas Ternes. Der Wettbewerb wird nun auf Landesebene fortgesetzt.

Foto: Juraschek

Obermeister Rolf Hendgen beglückwünscht zusammen mit der Prüfungskommission die Prüflinge.