Was macht ein Gl├╝ckskeks im Friseursalon?

Rheinland-pfälzische Friseure kooperieren mit der LZG zum Thema Depression
 
Neue Wege der Zusammenarbeit beschreiten die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) und die Friseur-Innungen im Rheinland. Mit einer gemeinsamen Aktion machen sie ab Dezember auf das Thema Depression aufmerksam. Ein von der LZG entworfener kleiner Keks in sonnengelber Verpackung mit der Aufschrift „Ich will dein Glückkeks sein“ wird dann in rund 700 Friseursalons in Rheinland-Pfalz den Kundinnen und Kunden zum Kaffee serviert. Der Keks weist auf seiner Rückseite den Weg zur Homepage www.rlp-gegen-depression.de, wo Informationen über Symptome, Entstehung und Behandlung von Depressionen zu finden sind. Eine Postkarte in gleichem Design vermittelt drei grundlegende Botschaften: Depression hat viele Gesichter. Sie kann jeden Menschen treffen, aber sie ist behandelbar. „Die Idee zu dieser zunächst ungewöhnlich scheinenden Zusammenarbeit stützt sich auf die Tatsache, dass Friseursalons Orte der Kommunikation sind. Friseure haben die ‚Lizenz zum Zuhören‘, sie treffen mit vielen Menschen zusammen und genießen das Vertrauen ihrer Kundinnen und Kunden. Es liegt nahe, hier Informationen über das Thema Depression zu verbreiten“, so Sanitätsrat Dr. Günter Gerhardt, Vorsitzender der LZG. „Der Glückskeks im Friseursalon ist der Versuch, mit leichter Hand ein schwieriges Thema anzupacken und die Schwelle zur Hilfe zu senken“, so der Dr. Gerhardt.
Obermeister Franz-Josef Küveler ist überzeugt, dass seine Kolleginnen und Kollegen im Land gerne bereit sind, den Keks zum Friseurkaffe anzubieten und damit die Aufklärung zum Thema Depression zu unterstützen. „Fast jeder von uns kennt jemanden, der schon einmal von depressiver Stimmung betroffen war. Es ist wichtig, dass alle Menschen die richtigen Informationen über die Krankheit und vor allem über die Möglichkeiten der Hilfe erhalten“, so Obermeister Küveler.
Depression ist eine der häufigsten Krankheiten überhaupt. Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter, in Rheinland-Pfalz geht man von 200.000 Personen aus, die erkrankt sind. Trotzdem: Die Krankheit wird kaum ernstgenommen. Sowohl die Erkrankten selbst als auch ihr Umfeld nehmen Depressionen oft als „Schwäche“ oder „übermäßige Empfindlichkeit“ wahr.
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurde Friseurmeister Fred Sommer für seine jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit in der Innung von Obermeister Küveler mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.

Foto: Archiv

Friseurmeister Fred Sommer mit Obermeister Franz-.Josef Küveler