Das Fundament für die Zukunft gebaut
Zimmerer-Innung Mittelrhein spricht 62 Zimmerer und 2 Ausbaufacharbeiter frei
Sie sind die Experten für tragfähige Lösungen: die Zimmerer. Doch bevor sie beruflich loslegen können, will die Ausbildung gemeistert werden. Genau dies ist jetzt 62 jungen Leuten gelungen. Zwei weitere Absolventen erreichten den Abschluss des Ausbaufacharbeiters. Die Zimmerer-Innung Mittelrhein freut sich über die Berufsstarter und legte sich wie immer ins Zeug, um eine unvergessliche Loslösungsfeier zu organisieren. In der Mensa des Bauzentrums der Handwerkskammer Koblenz wurden die „Newcomer“ dieser Tage feierlich freigesprochen, also aus der Azubi-Zeit entlassen und in den Gesellenstand erhoben. In großer Runde gemeinsam mit Ausbildern, Innungsmitgliedern, Lehrern, Verwandten und Freunden konnten die Gesellenbriefe und Prüfungszeugnisse entgegengenommen werden.
Der schöne Brauch stammt aus dem Mittelalter: Schon damals wurden Gesellen zum Ende der Lehrzeit von ihren Lehrmeistern, zu deren Familienverband sie gehörten, losgesprochen. Beliebt ist diese Tradition noch immer, wie der Zulauf der Veranstaltung verriet – trotz heftiger Hitzewelle füllten sich die Reihen. Vielfach war dabei auch die traditionelle Tracht der Zimmerer mit schwarzem Hut, weißem Hemd, schwarzer Schlaghose und Weste mit acht Perlmuttknöpfen als Symbol für den Acht-Stunden-Arbeitstag zu sehen.
Nach der Begrüßung durch den Prüfungsvorsitzenden Wolfgang Fuchs gratulierte Rudolf Liesenfeld, Obermeister der Zimmerer-Innung Mittelrhein, den jungen Leuten herzlich. „Der Zimmerernachwuchs in unserer Region steht auf festem Fundament“, freute er sich. Sein Dank gelte den Ausbildungsbetrieben, den Ausbilderinnen und Ausbildern, den Berufsschulen, der KHS Mittelrhein, der HwK sowie den Familien. „Ebenso danke ich dem Prüfungsausschuss aus den Innungsgebieten für die engagierte, fachkundige und verantwortungsvolle Arbeit.“
„Sie haben ihre Ausbildung in einer Zeit absolviert, die nicht immer einfach war“, wandte er sich an die jungen Hauptakteure des Tages. Materialengpässe, ständig steigende bürokratische Anforderungen, Digitalisierung, neue Techniken „und trotzdem wurde auf den Baustellen gearbeitet, gelernt und angepackt. Genau das zeichnet unser Handwerk aus: Nicht lange reden. Machen.“ Das Handwerk biete viele tolle Chancen, betonte Liesenfeld. „Unsere Region braucht Menschen wie Sie. Menschen, die anpacken können. Menschen mit Verstand, Können und Haltung. Denn eines kann keine Maschine ersetzen: Das handwerkliche Können und die Erfahrung einer guten Zimmerin oder eines guten Zimmerers.“
Herzliche Worte für die jungen Berufsstarter fand auch Prüfungsausschussvorsitzender Wolfgang Fuchs, der seit beeindruckenden 41 Jahren ehrenamtlich tätig ist, 20 Jahre davon als Vorsitzender; ein vorbildliches Engagement.
Ein Riesenapplaus des Publikums und die große Anerkennung des Teams der KHS Mittelrhein, allen voran von Hauptgeschäftsführer Ulf Hoffmann, waren ihm sicher. Denn eines gilt unbestreitbar: Ohne Einsatzbereitschaft wie diese wäre die qualitativ hochwertige Ausbildung zum Zimmerer so nicht möglich.
Auch Peter Eich, Leiter Bau- und Technologiezentrum der HwK Koblenz, würdigte die Leistung der „Neuen“, bevor es zum lang ersehnten Herzstück der Veranstaltung kam. Wie in jedem Jahrgang üblich gab es auch dieses Mal als Höhepunkt der Feier den traditionellen Freisprechung-Spruch, verlesen von Wolfgang Fuchs. Die Prüfungszeugnisse und die Gesellenbriefe konnten an die zu recht stolzen neuen Gesellen verteilt werden, auf dass sie fortan ihre tragende Rolle im Berufsleben übernehmen können.
Schließlich folgte die Ehrung der Prüfungsbesten. Dritter wurde Marvin Blum von der Zimmerer-Innung Westerwald (Ausbildungsbetrieb B & D Holzbau, Krunkel), als Zweiter glänzte Jakob Groß von der Zimmerer-Innung Mittelrhein (Zimmerei Fuchs, Miehlen). Als Bester konnte Matthias Esper von der Westerwälder Zimmerer-Innung (Matthias Gläser Zimmermeister, Härtlingen) aus der Gesellenprüfung hervorgehen.